Zwischen Lillifee und Lady Gaga

23.07.12
2012_07_20_Mädchenarbeitskreis

Gütersloh (HK). Mädchen sind heute selbstbewusster als je zuvor. Brauchen sie überhaupt noch gezielte Förderung durch Mädchenarbeit? „Auf jeden Fall”, meint Barbara Grube von der Abteilung Jugend, Familie und Sozialer Dienst des Kreises Gütersloh. „Wegen des gesellschaftlichen Wandels müssen sich Mädchen heute mit vielen verschiedenen, zum Teil gestiegenen Anforderungen ihrer Lebenswelt auseinandersetzen. Um sie dabei zu unterstützen, haben wir den Mädchenarbeitskreis gegründet.”

Auf Einladung der Kreisjugendpflegerin nahmen 25 Teilnehmerinnen aus den Bereichen Offene Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Gleichstellungsstellen und Beratungsstellen an der Auftaktveranstaltung zum Mädchenarbeitskreis teil. Ziel ist es, sich zu vernetzen, Angebote und Projekte für Mädchen zu fördern, aber auch die Akteure in der Mädchenarbeit fortzubilden. „Einen Arbeitskreis zur Jungenarbeit gibt es bereits seit Jahren auf Kreisebene”, erklärte Grube. Man brauche vergleichbare Strukturen auch für die Arbeit mit Mädchen.

»Mädchenarbeit im gesellschaftlichen Wandel« war das zentrale Thema, dem sich die Teilnehmerinnen der Auftaktveranstaltung widmeten. Mit dem Vortrag »Zwischen Lillifee und Lady Gaga - Mädchen und Mädchenarbeit heute« gab die frühere HK-Mitarbeiterin und heutige Professorin Melanie Plößer von der Fachhochschule Kiel Anstöße zur Diskussion über die Entstehung von Mädchenarbeit. Dabei wies sie auf veränderte Lebenswelten von Mädchen und die daraus resultierenden Konsequenzen für die heutige Mädchenarbeit hin. „Es ist wahr. Mädchen haben heute die besseren schulischen Abschlüsse. Es ist aber auch wahr, dass junge Frauen weiterhin auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden”, stellte Plößer klar. Auch seien Frauen heute nicht mehr nur auf den häuslichen Bereich beschränkt, aber eine Umverteilung der Aufgaben habe nur begrenzt stattgefunden. Stattdessen versuchten Frauen mehrheitlich die Doppelbelastung von Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

„Wir müssen unsere Angebote so gestalten, dass sie der Lebenswelt der Mädchen und deren Probleme gerecht werden”, so Grube. Durch die Vernetzung und den Austausch der Akteure im Mädchenarbeitskreis wolle man genau das erreichen.

 
 
 
 
 


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