Mosaik soll an die Ampelschule

28.01.12
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Von anja Hanneforth

Von anja Hanneforth

 

 

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Werther. „Eine wichtige Ladung Steine ist auf den Weg gebracht” - salopp, aber treffend sprach Johannes Lindemann (SPD)
aus, was die übrigen Ratsvertreter dachten. Das Böckstiegel-Mosaik hat endlich seinen Standort gefunden. Einstimmig votierten die Mitglieder des Kulturausschusses am Donnerstagabend dafür, das Kunstwerk hoch oben an der Stirnseite der Ampelschule anzubringen. Eine Entscheidung, die vom Vorstand des Heimatvereins auf Unverständnis stieß. „Dort wird das Mosaik gar nicht wahrgenommen. 99 Prozent der Autos fahren einfach vorbei, Fußgänger gibt es kaum. Bei so etwas machen wir nicht mit”, stellte Vize Dieter Schulte klar, dass die angekündigte Spende in Höhe von 2500 Euro für diesen Standort nicht zur Verfügung stünde.

 

 

Es ist noch längst nicht fertiggestellt und und schon entzweien sich an ihm die Geister: Das Böckstiegel-Mosaik, ein Ausschnitt aus dem Gemälde »Meine Eltern bei der Kornernte«, liegt derzeit noch auf dem Arbeitstisch von Irmgard Wiesbrock in Häger. Und das tut es schon eine ganze Weile - weil die Entscheidung, wo das riesige Bild nun installiert werden soll, bisher nicht getroffen wurde.

Dabei war 2007, als die Sache ins Rollen kam, eigentlich alles klar: Das Mosaik sollte an die Ampelschule, dahin, wo Peter August Böckstiegel selbst die Schulbank gedrückt hatte.

Doch dann brachte der Heimatverein einen neuen Standort ins Spiel, die betreute Wohnanlage an der Tiefenstraße. Hier, so der Vorstand, käme das Mosaik, das ja in sich selbst ein Kunstwerk sei, deutlich besser zur Geltung und könnte von den Passanten, weil näher dran als oben an der Ampelschule, auch besser gewürdigt werden. Auch, und das war dem Heimatverein ebenfalls wichtig, müsse den Betrachtern vermittelt werden, dass es sich bei dem Mosaik erstens nicht um einen echten Böckstiegel und zweitens nur um einen Ausschnitt aus einem seiner Gemälde handeln würde - etwas, das auf einer Schautafel hätte hervorragend Erwähnung finden können. Die Stadtführer, so ein weiteres Argument, kämen bei ihren Touren häufig durch die Tiefenstraße, so dass das Mosaik einer der Höhepunkte der Rundgänge hätte werden können. Mit 2500 Euro, hatte der Heimatverein seinerzeit zugesagt, würde er sich bei der Wahl dieses Standorts an dem Mosaik beteiligen.

Daraus wird nun nichts. Die Politik bezog klar Position und sprach sich einstimmig für die Ampelschule aus. „Das Mosaik soll das Interesse und die Neugier auf Böckstiegel wecken”, sagte Jan-Holm Sussieck (FDP). Und dafür sei es wichtig, dass das Mosaik auch gesehen wird - ob der Verkehr nun fließe oder nicht, sei da fast egal. Gegenüber dem Heimatverein wurde er noch deutlicher: „Wir dürfen nicht unsere Autonomie zugunsten einer Standortfrage verkaufen.” Dieses Geplänkel um die Frage, wer das Mosaik nun bezahlt, sei unnötige Anti-Werbung. Daher tue man gut daran, die Sache zügig ins Positive zu wenden, indem das Mosaik fertiggestellt und an der Ampelschule installiert wird.

Wolfgang Böhm (Grüne) erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kosten, die an einem anderen Standort als der Ampelschule noch einmal teurer würden, da die Rahmenkonstruktion dann neu erstellt werden müsste.

Die Finanzierung ist es auch, die der Stadt Sorgen bereitet. 24 000 Euro wird das Mosaik kosten, genau die Hälfte, nämlich 12 000 Euro, sind als Spenden bereits eingegangen. Bleibt ein „ordentlicher Batzen”, wie sich Heike Wäger (UWG) ausdrückte, der noch akquiriert werden muss. Und zwar, so der Wunsch aller Ratsvertreter im Kulturausschuss, von Bürgermeisterin Marion Weike. Sie sagte zu, dies tun zu wollen. Gleichzeitig wird sie das Gespräch mit Irmgard Wiesbrock suchen, die damit endlich Planungssicherheit für ein inzwischen seit vier Jahren laufendes Projekt bekommt.

Hilfe bei der Finanzierung des Mosaiks darf die Stadt dabei von Seiten der Böckstiegel-Stiftung und/oder des Kreises Gütersloh erwarten: Thomas Kuhlbusch, Geschäftsführer der Stiftung, kündigte an, dass eine kleine Geldspritze wohl denkbar wäre. Womit das Böckstiegel-Mosaik noch in diesem Jahr seiner Fertigstellung entgegensieht.

 
 
 
 
 


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