Romantischer Abend im Advent |
12.12.11 |
![]() ![]() ![]() Dass dabei die Musikepoche der Romantik einen besonders breiten Raum einnahm, war kein Zufall. Denn die romantischen Komponisten liegen Andreas Schnell besonders am Herzen. So bildeten das »Oratorio de Noel op. 12« von Camille Saint-Saens (1835-1921) sowie »Die Geburt Christi« aus dem unvollendeten Oratorium »Christus« von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) die Hauptwerke des Abends. Als Auftakt aber stimmten die 50 Sängerinnen und Sänger der Kantorei die »Mesa minima« von Jozef Swider an, das modernste und kürzeste Werk des Konzerts. Eines, das bereits mit seinen leisen Tönen den weihnachtlichen und adventlichen Hauch ins Kirchenrund bringen wollte. Eines, das eine unmerkliche Besonderheit innehatte: Denn mit Kontrabassist Jakub Bydlinski - einer der insgesamt zehn Streicher - spielte da einer mit, der dereinst selbst Unterricht bei Jozef Swider erhalten hatte. Doch die Instrumentalisten hielten sich zum Auftakt des Weihnachtskonzertes insgesamt zunächst noch ein wenig zurück. Das änderte sich mit den ersten Takten zu Camille Saint-Saens »Weihnachtsoratorium«, „Ein Stück”, verriet Susanne Koebbel, Sprecherin des Chores, „das lange Zeit in Vergessenheit geraten war.” Sehr zu Unrecht, wie sich zeigen sollte. Mal zurückhaltend, mal dramatisch wurden dabei die Passagen aus einzelnen biblischen Texten vorgetragen, fanden sich einzelne Psalmenzitate ebenso wieder wie die Evangelisten Lukas, Johannes und Matthäus. Dabei glänzten nicht nur die Solisten Sigrid Heidemann (Sopran), Juliane Kreutz (Mezzosopran), Kathrin Bauer (Alt), Calogero Tuzzeo (Tenor) und Thomas Kreutz (Bass) mit ihren sicheren Stimmen. Auch Lothar Möller an der Truhen-Orgel und Jan Henryk Rentel (Harfe) setzten die vor allem leisen Passagen - etwa im Duett oder Terzett des Oratoriums - makellos in Szene. Der 17-jährige Gymnasiast, der jüngst erst bei »Jugend musiziert« einen Preis erhalten hatte, stellte bei John Thomas’ »The Minstrel’s Adieu to his native Land« auch sein solistisches Können unter Beweis. Dass Kathrin Bauer mit ihrem wundervollen und beeindruckend klaren Altus spontan die Arie »Sei stille dem Herrn« aus dem Elias von Mendelssohn-Bartholdy dem eigentlichen zweiten Hauptwerk voranstellte - es ließ die Besucher im Kirchenschiff merklich aufhorchen. Und stellte einmal mehr das Können der Solistin unter Beweis. Nur wenig später waren die Besucher aber auch selbst gefragt, den Chor und das kleine Orchester zu unterstützen. Denn kaum war der letzte Ton der ersten Strophe von »Wie schön leuchtet der Morgenstern« verklungen, stimmten sie selbst in den Choral mit ein. Um anschließend mit Beifall wahrlich nicht zu sparen. Rhythmischer Applaus und stehende Ovationen wurden Chor, Solisten, Instrumentalisten und nicht zuletzt dem Dirigenten zuteil, die im Gegenzug als Dankeschön noch einmal die feierlich-hymnische Chorpassage »Tollite hostias« aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Weihnachtsoratorium als Zugabe wiederholten. Wenn das alles schon in solcher Klangfülle und Perfektion zu vernehmen ist, wenn Chor und Dirigent nur drei Monate füreinander Zeit hatten - wie mögen sich dann erst zwölf Monate Vorbereitung auswirken? Auf das Weihnachtskonzert 2012 darf man sich wohl schon jetzt freuen. |
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