Kalebassen auf hoher See

07.09.11
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von Juergen Wohlgemuth     Steinhagen-Brockhagen. Manche essen ihn, andere basteln damit und wieder andere nutzen ihn schlicht als Dekoration. Der Kürbis ist grad ganz doll im Trend. Was man alles damit anstellen kann, zeigen eindrucksvoll Renate und Wilken Ordelheide auf ihrem Hof in Sandforth.

Rund 80 Kürbissorten wachsen auf ihren Feldern. Etwa zwei Hektar haben sie mit der Knollenfrucht bepflanzt. „Dieses Jahr hatten wir aber nur eine mittelprächtige Ernte”, sagt Wilken Ordelheide. „Die zwei Jahre davor waren besser.” Es habe diesmal nur wenige Kalebassen gegeben. So nennt er die urig geformten Kürbisse, besonders holzig und gut geeignet zum Basteln.

„Dafür wachsen die Halloween-Kürbisse umso besser.” Das sind die klassisch runden und orangefarbenen, aus denen man so schöne Laternen machen kann. „Der dickste, mein »Gigant«, wiegt 60 Kilo”, sagt Ordelheide und zeigt auf ein wirklich prächtiges Exemplar, dass hellgelb auf einem separaten Tisch thront. „In der Schweiz züchten sie die bis zu 600 Kilogramm”, weiß der Kürbisexperte.

Umfangreich ist die Ordelheid’sche Ausstellung, die Kürbisparade, wie sie selbst sie nennen, dennoch. Die dürftige Kalebassenernte wird sich erst im Herbst 2012 bemerkbar machen. Denn das Basteln mit den Kürbissen ist Ordelheides Winteraufgabe. Es dauert schon seine Zeit, bis er all die Figuren, Szenen und Schaubilder fertig hat. Kürbisse aushöhlen, trocknen, mit Spackschrauben verschrauben und letztlich mit Lackfarben bemalen. Da geht so mancher Wintertag bei drauf. Die ein oder andere Figur kann er auch schon mal wiederverwenden. „Ein anderer Hut oder neue Farbe - fertig ist das neue Kürbismännchen”, sagt der 70-jährige Wilken.

Die aktuelle Kürbisparade haben Ordelheides unter das Motto »Eine Seefahrt, die ist lustig« gestellt. In fünf »Badewannen-Hochseekreuzern« steuert eine lustige Kürbisbesatzung durch die stürmischen Strophen des bekannten Volksliedes. Natürlich hat Kürbisbauer Wilken, wie könnte es anders sein, die Liedverse mit seinem markanten Humor ein wenig umgedichtet.

Es gibt also allerhand zu sehen auf dem Hof Ordelheide an der Sandforther Straße. Hunderte von kleinen und großen Kürbissen in unzähligen Farben und Formen gibt es dort zu bestaunen. Sie liegen, einfach zu jeder Tageszeit öffentlich anzuschauen, auf dem Hof aus.

Damit es Kindern beim Besuch nicht langweilig wird, hat Wilken Ordelheide eine Spielecke gestaltet. Kürbisse kegeln ist dort ebenso möglich wie das neue Kürbis-Domino - liebevoll ausgesägte und angemalte Holztäfelchen. Im Kasperletheater - natürlich mit Kürbisfiguren - dürfen die Kinder selbst spielen.

Zum Mitnehmen hat Kürbisbäuerin Renate Ordelheide einige neue Rezepte in einem Heftchen zusammengefasst: von der Kürbis-Limetten-Konfitüre bis zum Kürbispuffer.

Am Sonntag gestaltet der Sing- und Laienspielkreis des Heimatvereins Brockhagen zwischen all den Kürbissen einen heiteren Theaternachmittag. Beginn ist um 15 Uhr.

 
 
 
 
 


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