Menschwerdung im Mittelpunkt |
27.11.10 |
![]() Schepp lebt und arbeitet schon lange in der Region, aber er spricht angesichts seiner jüngsten Skulpturen vom „Ankommen in Westfalen” und von „westfälischen Elementen” in seiner Kunst. „Innerlich hier heimisch zu werden hat lange gedauert”, räumt der gebürtige Rheinländer ein. Der Lebensweg der Menschen und natürlich sein eigener Weg treibt Johannes Schepp um. „Man muss herausgehen, um bei sich anzukommen”, erklärt er und sieht den individuellen Schatz jedes Menschen bei geistigen Werten. Christliche Symbolik spielt nicht zufällig eine Rolle in den Werken des Sohnes von Bildhauer Helmuth Schepp. Die (Himmels-)Leiter hat es Schepp besonders angetan. In seinen aktuellen Skulpturen und auch in seiner bekannten Installation Jakobsleiter steht sie für Mühen, Scheitern, für den Kampf des Menschen und letztlich auch für seine Perspektive auf Erlösung und Erkenntnis. Wobei diese Begriffe für Johannes Schepp eins werden. „Im Alter sieht man die Dinge rückblickend deutlicher.” „Kunstwerke, das sind für mich Geschenke”, betont er. Diese Geschenke will er bis Ende des Jahren mit möglichst vielen Kunstfreunden teilen (Termine siehe Infokasten). Arbeiten aus Eisen, Stahl und Holz stellt Johannes Schepp in den Vordergrund - und den häufigen Bezug zu Westfalen. „Ich habe viele Fundhölzer und Alltagsgegenstände aus der Region verarbeitet.” Schepps aktuelle Werke sind künstlerische Blicke auf das Thema »Menschwerdung« aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. „Man muss lange Wolke sein, um einmal den Blitz zu zünden”, erklärt Schepp. Einige Blitze leuchten aktuell in seinem Atelier. Kleinformatige Stahlskulpturen mit dem (Himmels-)Leitermotiv sowie abstrakte Werke unter Verwendung von zerschossenen Panzerplatten vom Truppenübungsplatz Senne gehören zu den Höhepunkten. Häufig findet Johannes Schepp Dinge, in denen er später etwas entdeckt. Fundsteinen entlockt er durch Bemalung ihr Geheimnis, Alltagsgegenstände wie Schweinestalltüren oder alte Sättel werden ihm zu Mitteln künstlerischen Ausdrucks. Fundholz hat es dem Künstler besonders angetan. Ehemalige Fachwerkbalken und Holz aus der Natur stellt er als Sinnbilder von Werden und Vergehen in völlig neue Zusammenhänge. „Ich glaube an Selbstverwirklichung durch die Kunst”, sagt Schepp und will diese Aussage durchaus allgemeingültig verstanden wissen. Nicht jeder Mensch sei ein Künstler, aber jeder Mensch sei schöpferisch, steht für ihn fest. „Die Essenz kommt, wenn man all die Gipfel hinter sich lässt”, betont der Künstler fest und freut sich darüber, „jetzt künstlerisch immer mehr wahrgenommen zu werden”. Johannes Schepp hat sich einmal mehr auf den Weg gemacht und ist dabei sehr zufrieden. „Ich habe das Glück, jetzt noch Menschen unterrichten zu dürfen”, betont der frühere Kunstlehrer. Man müsse Menschen zutrauen, dass sie etwas können, zeigt er sich überzeugt. Was der Künstler »verschenkt« und ausstrahlt, strahlt offenbar in sein eigenes Leben zurück. |
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