Und immer noch ein Stück mehr

04.09.10
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Vor gut zwei Jahren gab es einen ersten Vorstoß des Unternehmens Müller, das dabei vor allem den Hellberg oder besser gesagt dessen Reste in Augenschein nahm. Ein Scoping-Termin führte Behörden und Verbände zusammen,

Vor gut zwei Jahren gab es einen ersten Vorstoß des Unternehmens Müller, das dabei vor allem den Hellberg oder besser gesagt dessen Reste in Augenschein nahm. Ein Scoping-Termin führte Behörden und Verbände zusammen, die Probleme mit der Maßnahme erörtern, bevor ein offizieller Antrag gestelllt wird.

Und schon damals zeigte sich, dass gerade am Hellberg viele Schwierigkeiten zu beheben wären: Das ganze Gebiet steht unter FFH-Schutz, Orchideen, Enziane finden sich dort. Und natürlich der Waldmeister-Buchenwald. Für diesen Lebensraum, den es vor allem hier gibt, hat Deutschland innerhalb Europas besondere Verantwortung, die sich im FFH-Status zeigt.

Nach dem Scoping-Termin im Jahr 2008 hörte man lange nichts mehr - was aber nicht heißt, dass die Planung beendet ist. Etwas weniger vom Hellberg, dafür eine Ausweitung des Steinbruchs um 100 Meter Richtung Ascheloher Weg lautet das gegenwärtig verfolgte Ziel. Dem fiele eine ganze Bergkuppe zum Opfer und um dieses Ziel zu erreichen, müsste sogar die Regionalplanung geändert werden.

Besonders gegen das Näherrücken des Abbaugebietes an die Wohnhäuser am Ascheloher Weg formiert sich Protest der Anwohner (das HK berichtete). Für Marion Ernsting und die Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) geht es vor allem um grundsätzliche Dinge. Im Jahr 1997 wurde das so genannte Kalkgutachten vorgestellt, an dem neben vielen anderen auch die GNU intensiv mitgearbeitet hat.

Wege zur Versorgungssicherheit für die nächsten 25 Jahre sollte das Gutachten aufzeigen. Was zum Beispiel im Fall Müller auch gelungen ist. Das Unternehmen hat Stand heute nach eigenen Angaben noch Abbaurechte, die für 15 Jahre ausreichen. Die Bedeutung des Werks Künsebeck im Gesamtszenario Kalksteinabbau sei gering, die zu erwartenden Schäden aber erheblich, stellt die GNU fest. Das betrifft zum Beispiel die Bildung von gut gefiltertem Grundwasser, aber auch die Bedeutung des zusammenhängenden Waldkomplexes Teutoburger Wald. 15 Jahre seien eine ausreichend lange Zeit, um Alternativen zum Kalksteinabbau zu entwickeln. Ein wichtiger Aspekt sei auch der Übergang zu einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise - gerade bei einem endlichen Rohstoff wie Kalk.

 
 
 
 
 


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