Alphörner schallen vom Blotenberg

28.08.10
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»Amazing Grace«, eines der schönsten Kirchenlieder der Welt, hallt in mitreißend tiefen Tönen zu Tal. Passanten legen gerührt eine Rast ein und lauschen andächtig den herzbewegenden Lauten der exotischen Instrumente,

»Amazing Grace«, eines der schönsten Kirchenlieder der Welt, hallt in mitreißend tiefen Tönen zu Tal. Passanten legen gerührt eine Rast ein und lauschen andächtig den herzbewegenden Lauten der exotischen Instrumente, die einst Hirten und Sennen in Gebirgsregionen und Hochtälern als Signalhorn und Verständigungsmittel von Alp zu Alp verwendeten. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das urgewaltige Alphornspielen fast ausgestorben, heute feiert es ein furioses Comeback und hat inzwischen erfolgreich Einzug in die Jazz- und R-?n?-B-Szene gehalten. Hermann Kerksiek, Hans-Werner Pohlmann und Wolfgang Lengefeld, allesamt routinierte Musikanten, die erfolgreich in bekannten Formationen wie dem Original Huntetaler Bläserquartett, dem Seniorenbläserkreis Hiddenhausen und dem Sinfonieorchester Lübbecke mitwirken, ernten bei ihren mehrstimmigen Auftritten für die traditionellen Weisen aus dem Allgäu und der Schweiz, stets donnernden Applaus.

»Am Holzerwäg«, »Bim Wägchrüz« und »Gletscher-Ruef« lautet der alphabetische Auszug aus ihrem volkstümlichen Repertoire. Das »Ravensberger Alphorntrio«, das im vergangenen Oktober von den passionierten Blasmusikern, die aus Werther, Herford und Barkhausen stammen, ins tönende Leben gerufen wurde, arrangiert und interpretiert die alten Lieder in eigener Regie. Das kreative Trio hat es sich überdies zur Aufgabe gemacht, wohlklingende Adaptionen wie »Amazing Grace«, »Winter Ade« und »Sierra Madre« zu präsentieren.

Die drei Ravensberger Alphornspieler, die ihr Publikum üblicherweise mit Jagd- oder Waldhorn, Posaune oder Kontrabass begeistern, freuen sich besonders über den Klang ihrer wert- und wundervollen Naturtoninstrumente. „Alphörner können nicht scheppern. Sie übersetzen alles in Klangfülle”, loben sie beim Einstudieren des abwechslungsreichen Programms. „Allerdings sind nicht alle Töne drauf, es gibt nur 13 Naturtöne. Die Töne, die nicht mit dabei sind, müssen geschickt umspielt werden.”

Hermann Kerksiek, Tischlermeister und Berufskolleg-Pädagoge im Ruhestand, erklärt kompetent die Herstellung der langen Holztrompete ohne Grifflöcher. „Die Fichten, aus denen die Alphörner meist gemacht werden, haben schon die richtige Form. Sie wachsen, so krumm wie sie sind, an den Berghängen. Vorne bei der Wurzel werden sie abgeschnitten und ausgehöhlt. Anschließend werden sie mit getrockneter Birkenrinde umwickelt. Das ist der traditionelle Weg, wie man ein Alphorn baut”, erklärt er fasziniert, bevor er mit den großen Instrumenten und seinen Kollegen zum Auftritt zur Landesgartenschau nach Bad Essen fährt.

Die Melodien des »Ravensberger Alphorntrios«, die so fantasievoll und farbenfroh wie die Natur selbst sind, finden im romantischen Ambiente unter freiem Himmel, aber auch bei Familienfesten und zu feierlichen Anlässen großen Anklang. Wer also ein wenig Hochgebirgsstimmung genießen möchte, kann mit Hermann Kerksiek unter ` (0 52 03) 38 94 Kontakt aufnehmen.

 
 
 
 
 


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