Talent in einer unbekannten Sportart |
26.08.10 |
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„Eigentlich wollte ich gar nicht zum Rasenkraftsport”, erzählt Luisa. Eigentlich wollte sie nur zur Leichtathletik. Bei der TSG Dissen werden aber Leichtathletik und Rasenkraftsport, zu dem neben dem Steinstoßen auch
„Eigentlich wollte ich gar nicht zum Rasenkraftsport”, erzählt Luisa. Eigentlich wollte sie nur zur Leichtathletik. Bei der TSG Dissen werden aber Leichtathletik und Rasenkraftsport, zu dem neben dem Steinstoßen auch Hammer- und Gewichtwerfen gehören, gemeinsam trainiert, um möglichst gleichmäßig Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer zu trainieren. „Wir haben bei Luisa ziemlich schnell gesehen, dass sie im Steinstoßen großes Potenzial hat”, sagt Luisas Trainerin Michaela van Berkum. Sie muss es wissen, schließlich ist sie selbst vierfache Europameisterin und Europarekordhalterin in ihrer Gewichtsklasse. Wichtig, so van Berkum, sei beim Steinstoßen nicht die Muskel-, sondern die Schnellkraft: „Hier liegt Luisas Stärke. Sie kommt beim Anlauf auf eine hohe Geschwindigkeit und hat beim Abstoß eine fast perfekte Technik.” Luisas großer Tag kam kürzlich bei den Deutschen Meisterschaften in Warendorf. Die Siebtklässlerin trat in der Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm für Jahrgänge 1995 und jünger an. Den drei Kilogramm schweren Stein stieß sie 8,53 Meter weit - Platz drei und persönliche Bestleistung. „Dass Luisa ausgerechnet beim wichtigsten Wettkampf ihre beste Weite erzielt hat, zeigt, wie fleißig und ehrgeizig sie ist”, lobt Trainerin van Berkum. In solchen Momenten, in denen die Nervosität besonders groß ist, sei es wichtig, dass man den Bewegungsablauf intuitiv verinnerlicht habe. Und das hat Luisa mit einer ganz eigenwilligen Methode geschafft: „In den Wochen vor dem Wettkampf habe ich jeden Abend in meinem Zimmer die Schrittfolge beim Abstoß, den so genannten Dreisatz geübt”, sagt die Siebtklässlerin. Doch das gute Abschneiden bei den nationalen Meisterschaften soll erst der Anfang sein. In fünf Jahren ist Luisa volljährig und könnte dann erstmals an Europameisterschaften teilnehmen. „Wenn sie sich bis dahin körperlich gut entwickelt, traue ich ihr durchaus zu, Europameisterin in ihrer Klasse zu werden”, urteilt Trainerin van Berkum. Und traut sich Luisa das selbst auch zu? „Ganz vielleicht, aber bis dahin ist es ja noch lange hin”, sagt sie und grinst verlegen. Derzeit haben weltweit 14 Länder nationale Steinstoßverbände. Kommen noch zwei weitere Nationen dazu, könnten erstmals Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Dann ist es auch möglich, als Sportart bei den Olympischen Spielen aufgenommen zu werden. „Bei Olympia anzutreten wäre natürlich ein absoluter Traum”, sagt Luisa. „Wird schon”, sagt van Berkum. |
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