Ganz schön aufregend

24.08.10
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Ein aufregendes Jahr liegt hinter der jungen Frau - auf jeden Fall aufregender als erwartet. Denn ihre 29-jährige Gastmutter wurde während ihres Aufenthalts schwanger und so musste Gesa Vögler nach einem halben Jahr in

Ein aufregendes Jahr liegt hinter der jungen Frau - auf jeden Fall aufregender als erwartet. Denn ihre 29-jährige Gastmutter wurde während ihres Aufenthalts schwanger und so musste Gesa Vögler nach einem halben Jahr in den USA sogar umziehen. „Allerdings nur in den Nachbarort”, erzählt sie lächelnd. Und zwar zur Mutter ihrer Gastmutter, „was ganz gut war, denn die hatte ich vorher schon kennen gelernt.”

Das alles wusste Gesa Vögler noch nicht, als sie am 11. August 2009 in den Flieger nach New York stieg. „Das war ganz schön aufregend”, erinnert sie sich an die ersten Tage, in denen sie zunächst mit anderen Austauschschülern zu einem Vorbereitungsseminar zusammenkam. „Ein bisschen Zeit zum Sightseeing blieb aber auch”, erzählt die Wertheranerin. Drei Tage und ein kurzer Blick auf Brooklyn-Bridge und Freiheitsstatue, dann sagte sie der Weltmetropole auch schon ade und flog weiter nach North Carolina.

Doch die Maschine hatte Verspätung, ganze drei Stunden, „und ich konnte nicht mal bei meinen Gasteltern anrufen, weil ich ihre Nummer nicht hatte.” Ohne also zu wissen, ob am Flughafen jemand auf sie warten würde, kletterte sie aus dem Flieger.

Doch alles ging gut: „Die Familie war total nett, hat mich mit offenen Armen empfangen”, berichtet Gesa. Für die Wertheranerin begann nun der Alltag an einer amerikanischen High School, „die erste Stunde fing um 7.46 Uhr an; verstanden habe ich diese komische Anfangszeit bis heute nicht”, lacht sie. Und auch so manches andere nicht: Da gab es zum Beispiel einen Kochkurs, in dem fast nie gekocht wurde. „Warum auch?”, schmunzelt die Wertheranerin. Schließlich hätte das Essen in der Mensa jedem Klischee entsprochen, das ein Westeuropäer von Amerika hat: „Immer gabs Burger mit Pommes, nur manchmal erweitert durch Kartoffelbrei und Bohnen.” Gut gefallen hat ihr an der Schule hingegen das Fach »Drama«, „ich spiele gerne Theater und das war wirklich toll.”

Aufregung ganz anderer Art brachte der Winter in North Carolina: Er dauerte genau drei Tage, „denn so lange lag Schnee, ein paar Zentimeter nur, doch das öffentliche Leben brach völlig zusammen. Die Schule fiel aus, nichts ging mehr, lediglich die Krankenhäuser hielten ihren Betrieb aufrecht”, lacht Gesa, die via Telefon vom Wertheraner Jahrhundert-Winter erfuhr. „Dafür haben wir Schnee-Eis gemacht”, erzählt sie: Einfach Schnee in einen Topf sammeln, Zucker und Vanillepulver unterrühren, fertig. „Schmeckte ganz gut”, so ihr Fazit.

Zu dieser Zeit reifte in Gesa Vögler der Wunsch, länger in den USA zu bleiben als geplant. Aus den fünf Monaten wurden zehn. Doch diese brachten einen Umzug mit sich. Denn ihre Gastmutter, die 29-jährige Grundschullehrerin Elizabeth Bobbitt, wurde schwanger - und Gesas Zimmer somit für den Nachwuchs gebraucht.

„Doch ich konnte zur Mutter von Elizabeth in den Nachbarort ziehen. Das war super, denn auf einmal hatte ich eine Gastschwester, die nur zwei Jahre älter war als ich und die mich überall mit hingenommen hat. Außerdem brauchte ich die Schule nicht zu wechseln.”

An der High School lernte sie eine andere Austauschschülerin kennen, ein Mädchen aus Oldenburg. „Am Anfang haben wir nur Deutsch miteinander gesprochen”, erzählt Gesa. „Aber als wir gemerkt haben, dass die anderen nichts verstehen, sind wir auf Englisch übergegangen. Und für den Rest der Zeit dabei geblieben.”

Im Juni dann ging der Amerika-Aufenthalt für die 17-Jährige zu Ende. Neben einer tollen Zeit an der High School erlebte sie spannende Ausflüge zur Küste und nach Washington, eine Hochzeit am Strand, eine Weihnachtsshow - und natürlich die Geburt der kleinen Eden Elisabeth. „Direkt dabei war ich zwar nicht. Aber die ganze Familie und ich saßen im Vorraum und haben gewartet. Fast 24 Stunden lang. Bis der Vater endlich mit dem Baby herauskam und uns stolz seine Tochter präsentierte. Das war großartig!”


Jetzt ist die kleine Eden gut vier Monate alt - und Gesa Vögler wieder in Deutschland. Montag gehts für sie zurück zum Gymnasium nach Werther. Und dann? „Erst mal Abi”, lacht sie. Dann studieren, irgendetwas, das mit Menschen zu tun hat. Und dazwischen vielleicht nochmal weg. „Vielleicht nach Schweden. Da wollte ich immer schon mal hin ...”

 
 
 
 
 


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