Widerstand gegen Google nur in Werther

21.08.10
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„Ich halte die Diskussion für überzogen”, sagt Steinhagens Bürgermeister Klaus Besser. Eine Sperrung der Bilder öffentlicher Gebäude in der Gemeinde sei bislang kein Thema in der Politik gewesen. Und bei

„Ich halte die Diskussion für überzogen”, sagt Steinhagens Bürgermeister Klaus Besser. Eine Sperrung der Bilder öffentlicher Gebäude in der Gemeinde sei bislang kein Thema in der Politik gewesen. Und bei Prunkstücken wie dem Gymnasium hat Besser erst recht nichts dagegen, sie zu zeigen. Außerdem finden sich andernorts viel mehr Informationen - zum Beispiel beim Kreis Gütersloh, macht der Bürgermeister aufmerksam.

Wer immer schon mal wissen wollte, wie groß das Grundstück des Nachbarn ist, klickt sich auf der Homepage des Kreises Gütersloh über »Online-Service« und »Geodaten online« voran. Ein recht aktuelles Luftbild im Maßstab 1:1000 mit der darü-bergelegten Karte mit Grenzen und Gebäudeumrissen findet sich dort ebenso wie ein gut funktionierendes Hilfsprogramm zur Größenberechnung.

„Ein Luftbild ist etwas anderes als die Seitenansicht eines Gebäudes”, meint dagegen Versmolds Bürgermeister Thorsten Klute. Er sei persönlich kein besonderer Freund von Google Street View, aber ein Ausschussthema sei die Sache bislang nicht gewesen. „Ich sehe die Priorität auch eher bei Privathäusern”, sieht Versmolds Stadtoberhaupt bislang keinen Handlungsbedarf für die öffentlichen Gebäude der Stadt.

„Die Diskussion zeigt aber, dass wir gesetzgeberisch auf die Möglichkeiten des Internets nicht vorbereitet sind”, sind für ihn juristische Aspekte besonders wichtig, wie es der beruflichen Laufbahn des früheren Rechtsanwalts entspricht.

„Überhaupt keine Veranlassung” zum Handeln in dieser Sache sieht Borgholzhausens Bürgermeister Klemens Keller. „Die Gebäude gehören der Allgemeinheit und die muss sie auch nützen können”, sagt er. „Es geht dabei nicht ums Ausspionieren”, teilt Keller einige manchmal eingebrachte Befürchtung nicht, sondern hält es für wahrscheinlicher, dass es mehr Vorteile als Nachteile gibt.

„Ich sehe zum Beispiel Vorteile für Rettungsdienste, die sich künftig schon auf dem Weg zum Einsatzort mit den Besonderheiten dort vertraut machen können”, nennt er ein Beispiel. „Mit meinem I-Phone habe ich mir erst vor einigen Tagen ein Ziel per Luftbild gesucht - und das hat toll geklappt”, zeigt Klemens Keller sich als Technikfreund.

„Wir sehen es hier als unproblematisch an. Zumindest so weit es die öffentlichen Gebäude betrifft, sehen wir keinen Anlass, dagegen vorzugehen”, sagt Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. Beim Privathaus müsse jeder für sich selbst entscheiden, aber die Stadt habe das Formular auf ihrer Homepage, um den Bürgern die Sperrung von Fotos möglichst leicht zu machen. Diesen Service bieten übrigens alle Altkreisgemeinden an.

Einen Ratsbeschluss in dieser Angelegenheit gebe es in Werther nicht, räumt Marion Weike ein. Allerdings sei das Thema im »Ältestenrat«, einer informellen Runde aus Fraktionsvorsitzenden und Verwaltungsvertretern, besprochen worden. Dort hätten die meisten Teilnehmer die Bedenken der Bürgermeisterin geteilt. „Wer weiß denn, wie diese Daten später einmal verknüpft werden”, hat Weike grundsätzlich wenig Vertrauen in die Arbeitsweise der Firma Google.

Spannend für die Zukunft ist auch die Frage, wie die Bilder aktualisiert werden können. Zum Beispiel könnte es der Kreissparkasse Halle vielleicht nicht gefallen, dass sie ihrer derzeit stark nach Ruine aussehenden Baustelle auf ewig im Internet zu sehen bleibt. Doch wie oft Google den riesigen Aufwand, die Straßen der gesamten Republik zu fotografieren, auf sich nimmt, weiß derzeit niemand. Nicht einmal bei der Agentur, die von Google mit der Pressearbeit betraut ist, wie eine Nachfrage des Haller Kreisblatts gestern ergab.

 
 
 
 
 


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