Ordnung für die Gefühlshandballer

19.08.10
Die neue Brockhagener Handballfibel steht beispielhaft für das Bemühen des Pädagogen, eine Ordnung in die Mannschaft und in deren Spiel zu bringen, die seinen Vorstellungen entspricht. Mit der Disziplin, das hat der neue

Die neue Brockhagener Handballfibel steht beispielhaft für das Bemühen des Pädagogen, eine Ordnung in die Mannschaft und in deren Spiel zu bringen, die seinen Vorstellungen entspricht. Mit der Disziplin, das hat der neue Coach schnell festgestellt, nähmen es schließlich nicht alle ganz so genau. Das beginne mit Verspätungen beim Training und übertrage sich auf das Verhalten auf dem Feld.

„Sie sind Gefühlshandballer”, sagt Großpietsch über die Spieler, die er schon in der Abstiegssaison in mehreren Partien beobachtete und die jetzt seine sind. Intuition und Emotionalität seien sicher nicht negativ, betont der Trainer, „aber wir müssen mehr den Kopf benutzen, nicht immer nur mit höchstem Tempo nach vorn laufen oder nach Fehlwürfen diskutieren statt sofort zurückzukommen.”

Vorgaben wie diese finden die Spieler schriftlich fixiert auf den sieben Seiten der Großpietsch?schen Handballphilosophie. Ein besonders großes Kapitel hat der Coach dem Defensivverhalten gewidmet. „Genug Tore werfen wir ja. Aber gute, konstante Leistungen und Ergebnisse sind nur über eine stabile Abwehr möglich”, glaubt er. Großpietsch will mit einer offensiven 3:2:1-Deckung agieren und schnelle Gegenstöße folgen lassen. Etwas anderes als ein solcher Umbau bleibe ihm nach dem Abgang von Abwehrchef Lars Höcker und des groß gewachsenen Sebastian Rieks im Grunde auch gar nicht übrig, findet der Trainer. Er sagt aber auch: „Wir haben die Spieler, um so ein System erfolgreich durchzuziehen.” Doch bis es wirklich funktioniert, betont Großpietsch, benötige das Team Zeit. „Wir müssen Geduld haben. Es geht ja nicht nur darum zu ackern und sich zu schinden, sondern auch darum, es zu verstehen.”

Aus eben diesem Grund tut sich der Trainer mit der Formulierung eines Saisonziels schwer. „Natürlich müssen wir auf Sicht wieder oben angreifen in der Verbandsliga”, sagt er, stellt aber sogleich klar: „Noch nicht in diesem Jahr.” Großpietsch sieht seine vordringliche Aufgabe darin, die abgestiegene Mannschaft zu konsolidieren und mit den fünf aus der A-Jugend des TuS 97 gekommenen Youngstern neu zu entwickeln. Eine dritte wöchentliche Trainingseinheit soll dazu beitragen. Sie könnte helfen, um aus den sieben Seiten im Schnellhefter schon bald eine neue Brockhagener Erfolgsgeschichte werden zu lassen.

 
 
 
 
 


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