Schuhe einer Legende und ein Bus für Helden

25.05.10
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Eine Viertelstunde später als geplant, biegt der alte Mercedes-Bus auf die Münsterstraße ein. Mindestens 56 Jahre hat das Gefährt auf dem Buckel, da ist man eben nicht mehr der schnellste. Vor dem Rathaus haben sich schon

Eine Viertelstunde später als geplant, biegt der alte Mercedes-Bus auf die Münsterstraße ein. Mindestens 56 Jahre hat das Gefährt auf dem Buckel, da ist man eben nicht mehr der schnellste. Vor dem Rathaus haben sich schon einige Interessierte versammelt. Denn der blau-weiße Bus hat eine ganz besondere Geschichte. Mit ihm fuhren Fritz Walter, Helmut Rahn und ihre Mannschaftskollegen 1954 vom Trainingslager in München in die Schweiz, um dort zu den »Helden von Bern« zu werden.

An diesem sonnigen Pfingstmontag nun sitzen - nachdem die offiziellen Reden gehalten wurden - 20 Versmolder auf den braunen Sitzen und strahlen übers ganze Gesicht. „Toni Turek, Max Morlock, Sepp Herberger - stellen Sie sich nur vor, wer genau auf diesen Plätzen gesessen hat”, sagt Andreas Obering, besser bekannt als Komiker »Obel«. Er begleitet den Bus, der von Münster nach Bielefeld fährt, wo an diesem Pfingstmontag noch die östlichste Station der Fußballroute NRW eröffnet werden soll. Versmold ist ein Zwischenstopp auf dieser Strecke und der einzige, an dem Besucher mit dem Bus eine Spritztour durch ihren Ort machen dürfen. „Wie gut, dass wir kein Fritz-Walter-Wetter haben, so können wir das Dach des Busses öffnen”, sagt Obel und imitiert dabei täuschend echt den Radio-Reporter Herbert Zimmermann, der mit seiner Reportage des Endspiels selbst zur Legende geworden ist.

Eine Fußballlegende, so wie der Jahrhundertspieler Pelé eine ist. Logisch, dass seine WM-Schuhe echte Fußballfanatiker schwärmen lassen. „Wegen der Schuhe ist Versmold für mich wirklich der Höhepunkt der Fußballroute, nicht etwa Dortmund oder ein anderer Ort”, sagt Jürgen Steiner bei der Eröffnung in Versmold. Ein Lob aus berufenem Munde, denn Steiner ist immerhin Projektleiter der Route, die an so traditionsreichen Orten wie dem Aachener Tivoli oder der Glück-auf-Kampfbahn in Gelsenkirchen vorbeiführt.

Nun darf er neben Klaus Rahe stehen und die berühmten Schuhe - die Rahe als 10-Jähriger gewann - aus der Nähe ansehen. Ein Glück, das den erwarteten Fußballtouristen verwehrt bleiben wird. Sie dürfen - aus Versicherungsgründen - im Schaufenster der Stadtsparkasse statt dessen ein Hologramm betrachten, das die Schuhe zeigt. „Naja, das ist wohl am besten zu erkennen, wenn es draußen dunkel ist”, sagt Rahe über die mehrere tausend Euro teure Installation. Aber der kurze Film, der ebenfalls im Schaufenster zu sehen ist, sei wirklich gut geworden. Der Countdown zur WM 2010 hat in Versmold begonnen.

¤ Die Deutsche Fußballroute führt von Aachen bis NRW und ist sowohl als Pkw-Strecke als auch für Radfahrer ausgeschildert. Reiseführer und Streckenkarten können unter ` (02 03) 4 49 96 65 bestellt werden. Infos gibt?sim Internet unter ¦ www.dfr-nrw.de

 
 
 
 
 


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