Der »Wassermann« des THW |
12.05.10 |
![]() „Ich bin ein 8-2-Katastrophenschutz-Helfer”, erzählt Andreas Hanel, wie er damals zum THW gekommen ist. Und weiß, dass seine Kameraden darüber zu schmunzeln verstehen. „Heutzutage plant man, die Zeit auf vier Jahre zu verkürzen, analog zum Zivildienst.” Das Oder-Hochwasser 1997 - es stand ebenso auf seinem Dienstplan wie das Elb-Hochwasser 2002 oder die hohen Pegelstände des Rheins. Seit 1972 gehört Andreas Hanel dem THW-Ortsverband Halle an, ist Kraftfahrer, Bereichsausbilder »schwerer Atemschutz« und 2. Vorsitzender des THW-Helfervereins. „Es gibt derzeit nur zwei Mitglieder, die länger dabei sind.” Denn gemeinsam mit Schirrmeister Roland Remmert und Ulrich Meyerdrees gehört Andreas Hanel längst zu den drei dienstältesten Ehrenamtlern in den Reihen des 73-köpfigen Haller THW-Teams. Welche Einsätze ihm besonders in Erinnerung geblieben sind? Da muss Andreas Hanel nicht lange überlegen. Dass er für die AWO Bad Salzuflen Beatmungs- und Röntgengeräte bis nach Russland gebracht hat - er erzählt es, als wäre es gestern gewesen. „Wir sind mit elf Fahrzeugen und elf Hängern elf Tage lang durch Russland gefahren, bis nach Luzk, in der Nähe von Kiew.” 1992 war das. Trotz nachgerüsteter Sitzfederung und Standheizung eine Art Buckelpistenrennen. Die größte Herausforderung? „Das war ganz sicher die Oder-Flut. Da hatten wir wirklich gut zu tun. Man hat zum Teil die Ampeln an den Peitschen-Masten im Wasser nur noch gerade so sehen können”, berichtet er eindrucksvoll, was man sich angesichts eines Laibaches gar nicht vorstellen kann. Und legt noch eines drauf: „Wir haben etwas gemacht, wovon ich dachte, dass so etwas in Deutschland gar nicht möglich wäre.” Und dann erzählt er. Von der Fahrt nach Berlin, direkt zur Mercedes-Niederlassung. „Wir haben uns dort die Schlüssel für die Sandtransport-Neufahrzeuge aus dem Tresor geben lassen, haben die Preisschilder aus den Wagen genommen und sind damit - aus der Ausstellungshalle raus - direkt bis in die Sandgruben und zu den Deichen gefahren. Ohne dass die Fahrzeuge überhaupt zugelassen worden wären.” Ein Sondererlass hatte das damals möglich gemacht. „Am Deich von Reitwein haben wir den Sand aufgeschüttet. Geschlafen wurde in der Schule von Sandow.” Die Fahrt zu den Sandgruben glich dabei dem Vorfahren in einem Drive-In. „Wenn wir kamen, haben wir Frühstückswünsche angeben können. Wenn wir die Sandgrube verließen, war alles fertig. Das war toll organisiert.” Eines seiner persönlichen Highlights in all den Jahren. Und ein Einsatz, für den er sogar eine Medaille bekam. „Und der Deich”, erzählt Andreas Hanel und ist schon ein klein wenig stolz, „hat gehalten.” |
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