Steinhagen knüpft Kontakt zur Sonneninsel

13.03.10
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Von Frank Jasper     Valle Gran Rey ist ein 5000-Einwohner-Ort auf der sonnenverwöhnten spanischen Insel Gomera. Am Freitag war eine vierköpfige Delegation aus Valle Gran Rey zu Gast in Ihre Mission: Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. Aus ersten Begegnungen könnte am Ende eine neue Städtepartnerschaft entstehen.

„Aber man muss sich erst verlieben, bevor man heiratet”, begründete Velten Arnold die Stippvisite in Steinhagen. Der ursprünglich aus Gütersloh stammende und mit einer Steinhagenerin verheiratete Initiator des Besuchs lebt seit vier Jahren auf Gomera und ist dort inzwischen auch in politischen Gremien tätig.

Zusammen mit dem Bürgermeister von Valle Gran Rey, Ruymán Garcia, dessen Stellvertreter Alberto Roldán und dem Tourismusbeauftragten Ricardo Cabrera war er nach Steinhagen gekommen, wo ihn Bürgermeister Klaus Besser, Ratsvertreter Udo Bolte, Schulausschussvorsitzende Sabine Godejohann und Verwaltungsmitarbeiter Angel Dabarca in Empfang nahmen.

Am Vormittag drehten sich die Gespräche um den demographischen Wandel, Straßenunterhaltung und Müllentsorgung, bevor die Gäste das Gymnasium besuchten. Hier kann sich Velten Arnold erste Anknüpfungspunkte für eine Partnerschaft vorstellen. „Es wäre schön, wenn E-Mail-Freundschaften zwischen Schülern aus Steinhagen und Valle Gran Rey entstehen. Außerdem gibt es bei uns eine öffentliche Fußballschule, die gerne mal gegen ein Steinhagener Team spielen würde”, so Arnold. Auch zu einem spanischen Orchester könnte er einen Kontakt herstellen. Um für seine Wahlheimat zu werben, stellte er sich am Freitag bei den Steinhagener Reisebüros vor.

Schulleiter Josef Scheele-von Alven sowie die Spanischlehrerinnen Sarah Winkler und Martina Beckmann hießen die spanischen Gäste willkommen, die im Anschluss an ein kurzes Gespräch an einer Spanisch-Unterrichtsstunde teilnahmen. Die Sprache ist am Gymnasium beliebt. Im elften Jahrgang werden gleich drei Kurse angeboten. Zurzeit lässt sich Meike Pieper zur dritten Spanischlehrerin ausbilden.

Im Tagesverlauf besuchte die Delegation noch die Mensa im Schulzentrum und den Bauhof, bevor es am Abend weiter nach Berlin ging.



In Valle Gran Rey zeigt das Thermometer 21 Grad



Die Steinhagener Seite signalisierte Interesse an einem Kontakt. „Die Gegend ist wunderschön, der sanfte Tourismus ermöglicht Einblicke in eine tolle Natur”, berichtete Udo Bolte, der Gomera bereits bereist hat. Spanischlehrerin Sarah Winkler sieht in einer Partnerschaft Potenzial für ihre Schüler: „Für die ist das natürlich toll, wenn sie Kontakt zu Muttersprachlern bekommen.” Die Entstehung einer Städtepartnerschaft sei durchaus denkbar, „aber so etwas ist ein langfristiger Prozess”, konstatierte Bürgermeister Klaus Besser und Udo Bolte fügte hinzu: „Die Räte können so etwas nur anstoßen. Es müssen sich Kontakte zwischen den Bürgern aufbauen.”

Ein nicht zu unterschätzendes Argument, das zumindest für eine intensive Freundschaft zu dem kanarischen Ort spricht: In Valle Gran Rey zeigt das Thermometer momentan 21 Grad. „Ganz normal bei uns”, merkt Bürgermeister Ruymán Garcia schmunzelnd an.

 
 
 
 
 


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