»Biss«-Bücher immer unterwegs

11.03.10
von Juergen Wohlgemuth     Immer weniger Menschen nutzen das Angebot der Stadtbibliothek Doch die aktiven Nutzer tun dies häufiger als bisher. Die Zahl der Ausleihen ist im vergangenen Jahr erneut leicht angestiegen. Das berichtete Christa Brüning der Versmolder Politik gestern Abend im Rathaus.

Dem Jugend-, Kultur- und Schulausschuss des Stadtrates legte die Bibliotheksleiterin gestern ihren Jahresbericht vor. Den 16. mittlerweile. Denn solange besteht die Stadtbibliothek in ihrer jetzigen Form in der ehemaligen Post an der Ravensberger Straße. Und so lange ist Christa Brüning auch schon die Herrin über sämtliche Medien.

29 381 seien es Ende des Jahres 2009 gewesen. Ein Drittel davon sind allein Kinder- und Jugendbücher. Denn diese Gruppe stellt nach wie vor das größte Kundenpotenzial. Etwa die Hälfte aller Entleihungen des vergangenen Jahres entfällt auf Kinder und Jugendliche: 46 000 Kinderbücher, 1 100 Spiele, 3 700 Kassetten, und 3 300 Kassetten hätten allein Kinder und Jugendliche ausgeliehen.

In der Bestandsentwicklung berücksichtigt Brüning natürlich das Benutzerverhalten: Fast die Hälfte der Neuanschaffungen sind Kinder- und Jugendbücher. Die Zahl der Kassetten nimmt dagegen stetig ab. Wer nutzt schon noch einen Kassettenrekorder, wenn es Hörspiele und ähnliches mittlerweile auf CDs gibt. 2009 hat Brüning viermal so viele CDs neu angeschafft wie noch vor zwei Jahren.

Kinder dürfen das Angebot der städtischen Bücherei nach wie vor kostenfrei nutzen. Während Erwachsene einen Jahresbeitrag von zehn Euro zahlen müssen. Die Einführung der Gebühr vor zwei Jahren könnte mit ein Grund sein, dass sich die Zahl der aktiven Kunden in den vergangenen zwei Jahren »bereinigt« habe, glaubt Christa Brüning. Ehepaare beispielsweise teilen sich nun einen Bibliotheksausweis.

Mittlerweile kennt die Bibliotheksleiterin ihre Kunden recht gut. „Am meisten ist hier montags los”, sagt sie im HK-Gespräch. An den Wochenenden lesen viele Menschen ihre Bücher zu Ende und bringen sie am Montag zurück. Und nehmen gleiche neue Medien mit heim. 442 Ausleihen verbucht die Bibliothek im Durchschnitt jeden Tag. Fast doppelt so viele - 1968 - seien es allerdings am 2. Februar 2009 gewesen, dem am stärksten besuchten Tag. Ebenfalls ein Montag. Die stärksten Ausleihmonate sind laut Christa Brüning der Juli und der November - bevor die Versmolder in den Sommerurlaub fahren, beziehungsweise, wenn es in die dunkle Jahreszeit geht, in der man sich gern mit einem guten Buch aufs gemütliche Wohnzimmersofa zurückzieht.

Die Renner des Jahres waren und sind noch immer die vier »Biss«-Bücher von Stephenie Meyer. Die seien eigentlich ständig unterwegs, stehen nie im Regal, so Christa Brüning.

Weniger gefragt seien inzwischen die Sachbücher. Die Ausleihe ging erneut um zehn Prozent zurück. Viele Sachinformationen findet man heutzutage eben doch wesentlich schneller und umfassender im Internet. Der Sachbuchbestand der Stadtbibliothek konzentriere sich nun auf Ratgeber und auf schülerrelevante Literatur. Schließlich seien häufig Schüler in der Bibliothek, um für Hausaufgaben oder Facharbeiten zu recherchieren. Sie bekämen in der Schule gezielt den Auftrag, das Internet zu meiden oder zumindest einige Sachbücher hinzuzuziehen.

 
 
 
 
 


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