Kind ist groß und steht auf eigenen Beinen

02.12.09
Borgholzhausen (Fe). „Jetzt ist das Kind groß geworden und steht auf eigenen Beinen.” So formulierte es Wolfhart Kansteiner gestern auf der Burg. Gemeint ist die neue »Stiftung Burg Ravensberg«, die jetzt selbstständig geworden ist.

Im neuen Stiftungsrat vereinigen sind nun das Land NRW, die NRW-Stiftung, die Stiftung für die Natur Ravensberg, der Piumer Heimatverein und das Regionalforstamt OWL in Minden. Die beiden gleichberechtigten Vorstände sind ab sofort Wolfhart Kansteiner und Hans-Heinrich Haßheider.

Letzterer ist neu dabei, ist gebürtiger Casumer, mit dem »Blick auf die Burg« geboren und hat nach eigenem Bekunden sofort ja gesagt, als ihn Wolfhart Kansteiner fragte, ob er das machen wolle. Der 70-Jährige war bis zum Sommer Geschäftsführer Technik bei Nagel. Fünf Jahre hat es die unselbstständige Stiftung Burg Ravensberg unter dem Mantel der Stiftung für die Natur Ravensberg gegeben, und was geschafft wurde, kann sich in der Tat sehen lassen. Rund zwei Millionen Euro wurden bisher investiert in eine jetzt fast komplette Sanierung des Burg-Ensembles. Für den Heimatvereinsvorsitzenden Carl-Heinz Beune eine gewaltige Leistung, gerade in diesen finanziell so schwierigen Zeiten das Projekt in fast nur fünf Jahren durchzuziehen. Das sei in erster Linie Wolfhart Kansteiner zu verdanken, der allerdings dieses Lob nicht hören wollte. Vor fünf Jahren war für 400 000 Euro das Ravensberger Klassenzimmer saniert worden. Über 2 000 Kinder wurden hier in diesem Jahr bereits in die Geheimnisse der heimischen Geschichte und Natur eingeweiht, mit steigender Tendenz, betonte Kansteiner. Obwohl man aus finanziellen Gründen die pädagogische Fachkraft Ruth Köstner entlassen musste, werde diese Arbeit mit ehrenamtlichen Kräften nicht nur weitergehen, sondern noch ausgebaut werden. Denn das sei die eigentliche Bestimmung dieser Anlage, formulierte es Wolfhart Kansteiner.

2006/2007 wurde der Turm dann für 500 000 Euro fit gemacht. 2007 waren die Innenmauern und das Burgtheater an der Reihe, das kostete gut 300 000 Euro. Der Burghof wurde gepflastert, eine Spende. 2008/2009 wurde das Schinkel?sche Gasthaus neu aufgebaut, auch rund 400 000 Euro Kosten. In diesem Jahr wurden Zweidrittel der Außenmauern saniert, wieder mehrere Hunderttausend Euro Kosten. Im kommenden Jahr ist die Südmauer an der Reihe, auch hier wird sich das Land NRW noch einmal beteiligen, damit sei es dann aber aus seiner Verpflichtung entlassen. Im Moment wird der Kiosk an anderer Stelle neu aufgebaut, dafür ist an der alten Stelle eine Terrasse mit wunderschönem Blick über das Ravensberger Land entstanden. Im nächsten Jahr soll alles fertig sein.

 
 
 
 
 


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