Beim Kochen kommt die Erinnerung |
23.09.09 |
![]() Je älter die Menschen werden, desto größer ist auch der Anteil der Demenzkranken bei den Senioren. Gut die Hälfte der 57 Altenheimbewohner sind in unterschiedlichem Ausmaß von Demenz betroffen, schätzt Heimleiterin Silke Becker. Eine individuelle Betreuung ist bei Demenzkranken unbedingt angezeigt: „Die einen können mehr, die anderen weniger. Die einen sind sehr aktiv, die anderen weniger”, nennt Silke Becker einfache Unterschiede, die aber in der Praxis von großer Bedeutung sind. Sehr sorgfältig haben Silke Becker und Projektkoordinatorin Monika Dultmeyer auch die sieben regelmäßigen Teilnehmer der Kochgruppe ausgewählt. „Es ist wichtig, niemanden zu überfordern”, betont Wohnbereichsleiterin Monika Dultmeyer, „damit sich Erfolgserlebnisse einstellen und die Teilnehmer Spaß an der Sache haben.” Immer dienstags kommt die Kochgruppe zusammen, die sich selbst den Namen »Kochen wie bei Muttern« gegeben hat. Der Ablauf ist stets gleich: Zunächst wird erstmal gemütlich gemeinsam eine Tasse Kaffee getrunken, dann geht es ans Schnippeln der Zutaten und ans Kochen. Um das Erinnerungsvermögen zu stärken, wird mit altem Porzellan und Kochgeschirr gearbeitet. Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen, zu denen wechselweise die Pflegekräfte Evelin Jenane, Doris Küven-Klamert, Gabriele Hellweg und Andrea Akkermann zählen, wird dann der Tisch gedeckt, gegessen und anschließend die Küche aufgeräumt. Nach dem gemeinsamen Mittagsmahl einigt sich die Gruppe darauf, was in der kommenden Woche auf dem Speisezettel steht. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Gemeinsam mit der auf Pflegeeinrichtungen spezialisierten »Karla Kämmer Beratungsgesellschaft« in Essen hat die Diakonie das auf zwei Jahre befristete Projekt angestoßen. Die Kochgruppe ist nur der Auftakt einer Reihe von neuen Angeboten, die das Altenheim seinen von Demenz betroffenen Bewohnern machen möchte. „Angedacht ist etwa eine Frühstücksrunde oder ein besonderes Gymnastikprogramm”, kündigt Silke Becker an. Währenddessen sollen integrative Maßnahmen keineswegs vernachlässigt werden. „Wir möchten ihnen aber auch dort, wo es notwendig ist, einen geschützten Raum bieten, um sie nach ihren Fähigkeiten fördern zu können”, betont Silke Becker. |
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