Windhose wütet durch Westbarthausen

24.07.09
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Borgholzhausen (helm). Es war gegen 14.20 Uhr, als Familie Jensen am Wohnzimmertisch saß und sich über den schlechten Fernsehempfang wunderte. Sekunden später wähnten sich Vater Jimmy, Mutter Bärbel und ihr 15 Monate alter Sohn Tjorben selbst „wie im Film”.



Szenen, wie man sie sonst nur aus einem Katastrophenstreifen aus Hollywood kennt, spielten sich plötzlich vor der eigenen Haustür in Westbarthausen ab. „Die Dachpfannen wirbelten hoch und landeten direkt vor unserem Fenster auf der Terrasse. Die Bäume um unser Haus knickten ab wie Streichhölzer”, schildert Jimmy Jensen. Ehe die Bewohner des Fünffamilienhauses überhaupt realisiert hatten, was dort gerade geschah, war der Spuk auch schon wieder vorbei.



„Das hat nicht mal eine Minute gedauert”

„Nicht mal eine Minute”, so Jimmy Jensen, habe der Auftritt der Windhose gedauert, die sich gestern mit ungeheurer Wucht und Windstärken zwischen 12 und 13 aus Richtung Bockhorst ihren Weg über die Borgholzhausener Ortsgrenze bahnte. „Wie das laute, bedrohliche Geräusch eines Brummkreisels, der immer näher kam”, erlebte Nachbar Claus-Peter Bohlmann das schaurige Naturschauspiel, das auf mehreren hundert Metern eine Spur der Verwüstung zurückließ. Bäume brachen ab oder wurden gleich ganz entwurzelt. Herabfallende Äste hatten die Kreuzung Westbarthauser Straße/Holzweg binnen Sekunden unter sich begraben.

Betroffen war auch die angrenzende Siedlung rund um den Fuchsweg. Hier befreite der Sturm Garagen komplett von ihren Dächern, eine Kinder-Spielhütte wurde aus den Angeln gerissen. Anwohner berichteten, der Luftdruck sei so stark gewesen, dass sie ihre Balkontür nicht mehr schließen konnten. Zeitweise fiel der Strom aus.

Glück im Unglück, dass in diesem Chaos offensichtlich keine Menschen zu Schaden kamen. Eine Person galt kurzzeitig als vermisst, tauchte aber bald wieder auf. Der Sachschaden an Häusern und Autos indes war gestern vorerst nur grob zu schätzen, dürfte sich aber im sechsstelligen Bereich bewegen. Die rund 20 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Bockhorst und Versmold waren mehrere Stunden lang damit beschäftigt, die Straßen von Ästen und Bäumen zu befreien und bis zum späten Abend wieder befahrbar zu machen. Mit Hilfe der Versmolder Drehleiter entfernten sie absturzgefährdete Baumkronen.

Jimmy Jensen blieb der Trost, nicht lange auf einen Dachdecker warten zu müssen. Dieser wohnt im selben Haus und wird in den kommenden Tagen wohl noch so manchen Auftrag in Westbarthausen zu erledigen haben.

¦ Lokales Versmold

 
 
 
 
 


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