Raserei muss ein Ende haben |
10.07.09 |
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von anja Hanneforth
Werther. Fast ein Jahr haben die Bauarbeiten gedauert, jetzt ist der Weg über die Ascheloher Schanze fertig. Die Straße ist breiter, die Kuppe flacher, Radfahrer und Fußgänger haben ihren eigenen Weg, die Autofahrer sind begeistert. Genau das macht Heike Wäger Sorgen. Sie wohnt in der Siedlung unmittelbar hinter der Kuppe in direkter Nähe zur Straße, „im Winter hatten wir das letzte Mal ein Auto im Garten”, fürchtet sie, dass mit Freigabe auf Tempo 70 die Geschwindigkeiten und damit das Gefahrenpotenzial noch zunehmen. Zusammen mit der UWG-Fraktion fordert sie von Stadt und Kreis eine klare Reglementierung.
Noch gilt auf Grünem Weg und Osningstraße wegen der neuen Fahrbahndecke Tempo 50. „Daran hält sich doch schon jetzt niemand”, weiß Heike Wäger. Täglich erlebt sie, wie die Autos mit großer Geschwindigkeit den Berg hinunterdonnern, Tempo 100 und mehr sind kein Einzelfall. „Was soll das erst werden, wenn statt 50 hier 70 Stundenkilometer erlaubt sind?”, fragt sie. Nicht nur als Mitglied der UWG, besonders als Privatperson liegt ihr sehr daran, dass sich hier etwas tut. „Bevor ein schwerer Unfall passiert.” Sie bestreitet nicht, dass der Ausbau der K 49 wichtig war. Für Autofahrer ebenso wie für Fußgänger und Radfahrer. „Auch darum, weil das umliegende Gelände häufig von Kindern und Jugendlichen genutzt wird, die Ferien im Jugendheim Ascheloh machen.” Aber wenn Tempo 70 erlaubt sei, würden Autofahrer oft 90 oder mehr fahren. Und das könne, zumal bei der abschüssigen Strecke, böse Folgen haben. Das sieht Fraktionschef Uwe Gehring genauso. „Bei einem so hervorragenden Ausbauzustand war zu erwarten, dass sich die Geschwindigkeiten erhöhen. Allerdings wurden unsere Befürchtungen noch übertroffen.” Über 100 Stundenkilometer sei inakzeptabel. Der UWG gehe es nicht nur um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, sondern auch um den Schutz der Anwohner. Denn eines dürfe nicht vergessen werden: „Dass wir hier trotzdem eine unübersichtliche Kuppe mit zwischenzeitlich geringer Sichtweite haben.” Daher der Antrag an die Stadt, sich unverzüglich gegenüber dem Kreis Gütersloh dafür einzusetzen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Natürlich keinen Rückbau, „aber es muss wirksam etwas gegen die überhöhten Geschwindigkeiten unternommen werden”, so Gehring. Das gleiche Schreiben hat die UWG an den Kreis weitergeleitet in der Hoffnung, dass sich dieser als zuständige Straßenbaubehörde der Problematik annimmt. Vorschläge haben die Unabhängigen aus Werther verschiedene: auf der Kuppe Tempo 40, wie es vor Jahren schon mal gegolten hat, Markierungen auf der Straße und verschärfte Polizeikontrollen. Hohes Tempo ist das eine, Lärm das andere. Mit höheren Geschwindigkeiten steigt auch die Lärmbelastung der Anwohner. „Wir haben uns schon vor Jahren an den Kreis gewandt mit der Bitte um Lärmschutz”, erzählt Heike Wäger. Damals seien auch Messungen durchgeführt worden, „aber wir lagen immer einen guten Punkt unter der Grenze”, hat sie den Eindruck, dass der Kreis hier einfach nicht helfen wollte. „Vielleicht erreichen wir ja jetzt etwas”, hofft sie. |
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