KITA-Cup: Das war wunderbarer Fußball

29.06.09
cheerleader
Halle (anke). „Ich helf jetzt dem Torwart” - die kleine Sina aus der Mannschaft Beckmanns Hof stellte sich breitbeinig zu dem Torhüter der Mannschaft vors Netz. Behutsam wurde sie wieder aufs Feld geschoben, „du musst laufen”, machte ihr Vater deutlich, dass die Aufgaben in einer Fußballmannschaft klar verteilt sind. So eng sah das am Samstag aber niemand, schließlich zählt beim Kindergarten-Cup nur das Dabeisein. Regeln gab es kaum, und das war auch nicht nötig. „Kinder sind von sich aus fair”, sagte der Organisator Michael Rasper, Fußball-Jugendleiter im SC Halle.

Acht Mannschaften aus den Haller Kindergärten waren zum inzwischen vierten Kindergarten-Cup angetreten. In zwei Gruppen aufgeteilt spielten sie zunächst gegen jede Mannschaft innerhalb ihrer Gruppe, danach aus einer Mannschaft aus der anderen Gruppe. Neun Feldspieler und ein Torwart kamen in jedem der Spiele über zwölf Minuten zum Einsatz. „Eigentlich sind es in dieser Altersklasse nur sechs, wir möchten aber, dass alle Kinder mitspielen können”, erklärte der Organisator und Kommentator Michael Rasper diese ungewöhnliche Mannschaftsstärke.

Mit dabei waren dieses Mal der AWO-Kindergarten Hesseln, der Kindergarten Paulskamp, der evangelische Kindergarten Künsebeck, der Kindergarten Bokel, der Kindergarten Beckmanns Hof, der katholische Herz-Jesu-Kindergarten. Der Regenbogen-Kindergarten und der städtische Kindergarten Künsebeck.

Mit Feuereifer rasten die kleinen Fußballer im Alter von drei bis sechs Jahren über die beiden abgesteckten Felder, immer bemüht, den Ball ins Netz zu bekommen. Mit »Abseits«, »Ecke« oder »Elf-Meter« mussten sich die Minis nicht auseinandersetzen, es zählte lediglich, dass das »Runde« in das richtige »Eckige« gespielt wurde. Vor jedem Spiel vergewisserten sich die Trainer der Kindergartenmannschaften, dass ihre Schützlinge auch wussten, wohin der Ball gespielt werden musste. Die Jugendlichen aus der B- und C-Jugend, sowie die B-Juniorinnen, übernahmen den Schiedsrichterposten und achteten darauf, dass der Ball nicht außerhalb der Feldlinie weitergespielt wurde und das nach einem Aus die richtige Mannschaft den Einwurf machte. Die Aufgaben der Trainer konzentrierten sich nicht wie bei den Großen auf spieltechnische Kommandos, sondern eher auf das Zubinden von Schuhen, das Trösten nach Zusammenstößen von Spielern und das Aufmuntern der Torwarte, wenn ein Ball ins Netz gegangen war.

Gelbe und rote Karten gab es selbstverständlich auch nicht und das wäre bei den Kleinen auch gar nicht nötig. „Kinder spielen nicht unfair”, sagte Rasper. Die kleinen Fußballer stellten noch das Spielen in den Vordergrund, nicht das Siegen um jeden Preis. Handspiele und Fouls gab?s - wenn überhaupt - aus Versehen. Und dann gab es auch keine großen Diskussionen, „Kinder sind ehrlich”, lobte der Jugendleiter.

Richtig ehrgeizig zeigten sich auch die Eltern und Geschwister der über 100 Kinder am Rand des Spielfeldes. Mit Fahnen, Tuten und Rasseln feuerten sie ihren Nachwuchs ordentlich an, brüllten bei jedem Tor aus voller Kehle und waren durchaus zu sportlichen Luftsprüngen fähig. Hier und da sah man eingefleischte Fußball-Papis sogar auf die Knie fallen, Purzelbäume schlagen oder sich gegenseitig umarmen - ganz wie es sich für einen echten Fußballfan gehört. Einige Mädchen aus den Kitas hatten sich als bezaubernde Cheerleader verkleidet und wedelten wild mit ihren silbern glitzernden Pompons. Die Stimmung auf dem Feld war fantastisch - darum wurde auch großzügig darüber hinweggesehen, dass manch ein kleiner Poldi am Ende des aufregenden Turniers auf dem Fußballfeld am liebsten eingeschlafen wäre.

Am Ende des Turniers gab es Urkunden für alle Mannschaften und Medaillen für jedes Kind. 83 Tore hatte Michael Rasper am Ende gezählt. Der Fußball-Jugendleiter bedankte sich bei den Jugendlichen für ihren Einsatz und bei den Eltern für das Bestücken und Betreuen der Kaffee-, Kuchen- und Getränkestände. „Das Turnier war wieder eine runde Sache”, sagte er zusammenfassend. Alles habe hervorragend geklappt und auch die Kinder hätten bis zum Schluss toll mitgemacht.

 
 
 
 
 


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