Verstimmung am Kunstrasen

27.06.09
Halle (hego). „Würden Sie, auf dem Podium als Vorsitzender des SC Halle den aktuellen Vertrag der Stadt Halle für den Bau und die Nutzung des Kunstrasenplatzes unterschreiben?”, wollte SC-Vorsitzender Henning Witte von den verblüfften Politikern der Talkrunde »Sport in Halle« wissen. Nach allgemeiner Ratlosigkeit antworteten viele klar mit Nein.

Was ist geschehen: Im Zusammenhang mit dem Bau des geplanten Kunstrasenplatzes hat es in jüngster Zeit Vertragsnachbesserungen gegeben. Danach wird der SC Halle als Bauherr auftreten und die Stadt Halle von den Baukosten rund 400 000 Euro übernehmen. Etwa 250 000 Euro soll der SC Halle selbst aufbringen. Bei dieser Art der Finanzierung können erhebliche Baukosten und Steuern eingespart werden.

Das Vertragswerk wurde in jüngster Zeit noch einmal nachgebessert, dennoch, so Henning Witte, sei er derzeit vom SC nicht zu erfüllen.

Nachdem Witte diese Frage an das Forum gestellt habe, antwortete Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, sie sei verwundert, dass Witte diese Frage hier so öffentlich stelle. „Wir sind um ein paar Ecken verwandt, ich hätte erwartet, dass ich auf die widersprüchlichen Auffassungen von dir, Henning, angesprochen worden wäre.”

Der Vorsitzende des Stadtsportbundes Reinhard GroßeWächter stellte verwundert fest, dass in den Verhandlungen zwischen der Stadt und dem SC bisher diese Zweifel nicht formuliert wurden.

Auf Nachfrage stellte Henning Witte gestern klar, dass er gegenwärtig den Vertrag nicht unterzeichnen könne, weil das finanzielle Risiko für ihn persönlich und dem Verein noch zu groß sei. Man habe schon rund 100 000 Euro eingespart, das Werben bei den Sponsoren habe jetzt aber erst beginnen können. Witte: „Bevor die Finanzierung nicht steht, kann ich nichts unterschreiben.”

Nach ersten anwaltlichen Prüfungen habe der Jurist seine Einschätzung bestätigt, dass der Vertrag sehr einseitig zu Gunsten der Stadt Halle abgefasst worden sei. Alles andere müsse man abwarten, sagte Witte.

 
 
 
 
 


« zurück