Ausgelassen und fröhlich |
23.06.09 |
![]() Begeisterte Gesichter und blitzende Fotohandys waren die Zutaten, die den Musik-Botschaften von der großen Bühne entgegenschwappten. Kirchenmusikdirektor Martin Rieker war bestens gelaunt, dieses sonnige Gefühl übertrug sich auf alle und bis in die letzten Ritzen. Ein sehr gelungener Auftritt der Musikfamilie als Abschied in die wohl verdiente Sommerpause. Richtig lustig wurde es dann bei »Ottokar hat Segelohren«, bei denen die kleinsten Sänger riesig punkten konnten, weil sie mit engagierter Ganzkörpersprache die unterschiedlichsten menschlichen Erscheinungsformen unmissverständlich darstellten: Die schon erwähnten »Segelohren oder schiefe Zähne und krumme Nasen - die Welt ist eben bunt«, so der eingängige Refrain. Für das Verschweigen der echten Texte des klassischen Kanons »Bona nox« bis zur Aufführung machte Martin Rieker den kleinsten Sängerinnen und Sängern ein großes Kompliment. „Ihr habt wirklich bis heute dichtgehalten”, und damit die Eltern über solche Worte wie »Arsch« und ebensolch deftige Begriffe im Unklaren gelassen. „Wir wollten nicht, dass Sie sich Gedanken über die Unterrichtsinhalte machen. Wir wollten Sie heute einfach nur gut amüsieren!”, so die Begleiterklärungen von Martin Rieker mit einem Augenzwinkern. Damit die Stimmung noch besser wurde, lud Martin Rieker alle Zuschauer zum gemeinsamen Singen ein. Was beim Ref-rain von »Singt ein Vogel« mit dem »Komm doch lieber Frühling« noch aus dem Stegreif gelang, musste dann - international - bei »L?inverno è passato« noch geübt werden: »Cucù, cucù l?aprile non c?è più e ritomatoè maggio al canto del cucù« war dann schon die echte Herausforderung. Die gemeinsamen Bemühungen gipfelten in großem Gelächter und tosendem Applaus. Die anspruchsvolleren Vorträge der »Großen« wie die »Liebeslieder« von Johannes Brahms oder die »Kleine Nachtmusik« gerieten zu echten Highlights der »leichteren« Muse, auf die sich die Kantoristen mitsamt der ins-trumentalen Unterstützung durch Katrin Richter-Kröning, Ursula Schmolke und Lothar Möller eben auch sehr gut verstehen. Das ultimative Finale geriet dann zum ausgelassenen böhmischen Tanzfest mit den »Slowakischen Volksliedern« von Béla Bartók. Gemeinsam mit allen Zuhörern nahm das ausgelassene Sommerkonzert einen besinnlichen Abschied mit dem guten alten »Der Mond ist aufgegangen«. Eine sehr gelungene Veranstaltung, die gerne zur Tradition vor den Sommerferien werden darf.
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