Jubel von 900 Gästen

19.06.09
Gymnasium Konzert Oetkerhalle Werther 8
Von Birgit Nolte     Werther/Bielefeld. Als junge Lehrerin startete Ulrike Schilling vor drei Jahrzehnten ihre Karriere am Evangelischen Gymnasium. Eine der ersten Amtshandlungen der engagierten Lehrkraft war die Gründung des Schulorchesters, das am Mittwoch mit einem umjubelten Konzert in der Bielefelder Oetkerhalle sein 30-jähriges Bestehen feierte. Gut 900 Gäste waren von den Leistungen der Jubilare, des Jugendorchesters, der Bigband und des Chors der sechsten Klassen restlos begeistert und feierten die Mitwirkenden mit stehenden Ovationen.

Mit rockigen Klängen startete das bestens aufgelegte Orchester in den musikalischen Abend. »Smoke on the water« von Deep Purple stand als Auftakt auf dem Programm. Von der Rock-Arena ging es mit der Bigband geradewegs in die Welt der eleganten Nachtclubs der 1930er Jahre. »It dont?t mean a thing« hieß der Song aus der Feder von Duke Ellington, den der Zwölftklässler und Sänger Johannes Reimann gekonnt interpretierte.

Dass die Bigband allerdings den etwas härteren Tönen absolut nicht abgeneigt ist, bewiesen die Bläser unter der Leitung von Michael Henkemeier beim späteren Programmpunkt, den Ensemblemitglied Reimann treffenderweise „Heavy Blech” getauft hatte: Statt wie Metallica sonst die E-Gitarren, brachten die jungen Musiker bei »Enter Sandman« das Blech zum qualmen.

Geradezu magische Momente erlebte das Publikum als das Orchester Harry-Potter-Filmmusikauszüge präsentierte: nicht nur akustisch ein absoluter Hochgenuss. Auch optisch wussten die Gymnasiasten die Wirkung der Kompositionen von John Williams noch zu verstärken. Schaurige Kapuzengestalten, Hexen und Magier auf Besen im fahlen Mondschein zauberte der Kunstkurs der achten Klasse unter der Leitung von Susanne Meinhold per Schattenspiel auf die Bühne.

Beeindruckend war ebenso die Leistung des Juniororchesters, das erst vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Die Nachwuchsmusiker riefen mit der Melodie vom »Sandmann, lieber Sandmann« Erinnerungen an lieb gewonnene Zubettgeh-Rituale im Publikum wach. Einschlafgefahr drohte aber mitnichten, zumal das Junior-orchester unter der Leitung von Christoph Horstmann mit dem »5E Funk«, der gar nichts mit Morsezeichen oder CB-Funk zu tun hatte, sondern den gleichnamigen treibenden Sound benennt, noch einen draufsetzte.

Nicht genug loben lässt sich der Mut und die Musikbegeisterung der Solisten, die ihr Können vor so großem Publikum unter Beweis stellten. Rebecca Bogdan an der Harfe und Tabea Bogdan an der Violine, die ebenso als souveräne Konzertmeisterin im Einsatz war, entzückten mit »Scarborough Fair«. In die großen Fußstapfen von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood trauten sich Maxi Bußmeier und Florian Welsch mit dem Hit »Summer Wine« und meisterten diese anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour.

Maxi Bußmeier gehörte mit Maxi Christmann, Laura Niehaus, Jan Redecker, Nico Renkamp, Mirjam Sewöster und Julius Sundermann auch zu den Schülern, die das Gymnasium bald mit dem Abitur in der Tasche verlassen. Für ihren langjährigen musikalischen Einsatz in den EGW-Ensembles wurden sie mit Rosen, kleinen Trophäen und eigens kreierten »Walk of fame«-Sternen gefeiert und verabschiedet.

Mit einer Ode an das Leben verabschiedeten sich der Chor der sechsten Klassen und das große Orchester von der Bühne der Oetkerhalle. Der Charterfolg »Viva la vida« der Band Coldplay war der krönende Abschluss eines in allen Belangen gelungenen Konzerts, das vom Publikum völlig zu Recht mit stehenden Ovationen gefeiert wurde und noch lange in allerbester Erinnerung bleiben wird.

 
 
 
 
 


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