Volle Auslastung in allen Abteilungen

24.02.09
Halle (hego). 14 Säuglinge in der Entbindungsabteilung am vergangenen Wochenende und seit Wochen täglich zwischen 170 und 200 Patienten pro Tag: Im Klinikum Ravensberg wird hart am Limit gearbeitet, bestätigte gestern Geschäftsführer Volker Schulz. Hintergrund: Durch die Schließung des Versmolder Krankenhauses, aber auch, weil derzeit viele Menschen erkranken, gibt es so viele Patienten.

Noro, schwere Grippe und winterbedingte Erkrankungen der Luftwege bescheren den heimischen Krankenhäusern seit November eine über hundertprozentige Auslastung. Volker Schulz: „Trotzdem haben wir bisher alle Patienten in den Zimmern behandeln können. Bei uns musste niemand, im Gegensatz zu anderen Häusern in der Region, auf dem Flur stehen.” Gleichwohl bedarf es harter Arbeit beim Bettenmanagement, die geräumten Schlafgelegenheiten schnell zu säubern und zu desinfizieren, um sie wieder einsatzbereit zu haben, erläutert die stellvertretende Pflegedienstleiterin Maria Heckmann. Um den Patientenberg in den Griff zu bekommen, mussten sogar noch Betten gekauft werden (wir berichteten).

Wegen der hohen Auslastung der Häuser hatten sich manche Einrichtungen bei der Leitstelle der Feuerwehr abgemeldet und keine Patienten mehr aufgenommen.

„Das geht so nicht, unsere Rettungswagenfahrer können nicht mit den Patienten zu den verschiedenen Kliniken fahren”, sagte gestern Hans Dieter Malsbender vom Kreis Gütersloh und hat deshalb die Vertreter der Krankenhäuser für den 21. März zu einem Gespräch eingeladen.

Zurück zum Klinikum in Halle: Volker Schulz sagte, man müsse nun mal einige Monate abwarten, wie sich der Patientenfluss entwickele und dann eventuell notwendige Konsequenzen ziehen. Im Augenblick könne man in Halle die Arbeit erledigen, weil man Personal aus Versmold übernommen hat und dadurch einen kleinen Puffer habe.

Die Bauarbeiten für die neue zentrale Aufnahme gehen ganz gut voran. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass in den Monaten Juni/Juli der Bereich übergeben wird. Schulz: „Danach werden wir umgehend mit dem Umbau der jetzigen Ambulanz im Empfangsbereich beginnen. Wie schon mehrfach berichtet, ist hier die Cafeteria geplant. Auch ein Außenbereich für die Raucher ist vorgesehen. In der neuen Cafeteria sollen die Schüler des benachbarten Kreisgymnasiums mit einem Mittagstisch versorgt werden.

Die Fusionsgespräche mit dem Städtischen Krankenhaus in Bielefeld befinden sich nach Darstellung von Volker Schulz in einer entscheidenden Phase. Die Bielefelder prüften derzeit die wirtschaftlichen Voraussetzungen und wollen bis Ende März der Stadt Halle als Träger eine Entscheidung mitteilen. Schulz abschließend: „Dann wird sich der Rat der Stadt Halle entscheiden müssen, wie es weitergeht.”

 
 
 
 
 


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