Das Lied vom Hesselner Obama

23.02.09
Ehrung,Fred kommt
Halle-Künsebeck (-ö-). »Der Bürgermeister-Wahlkampf hat längst begonnen in unserer Stadt« zwitscherten die Laibachspatzen am Samstagabend in bester Partylaune. »Anne möchte es gern bleiben, Kupczyk tönt schon wie?n Prophet: Jetzt kommt Fred, der weiß wie?s geht. Doch darauf kontert Anne: Ich bin gut bei jeder Panne«. Den Bürgermeisterkandidaten ließen die Spatzen mit »Auch wenn die Anne schon da war, ich bin der Hesselner Obama« antworten.

In Ehren ergraut, doch frech wie eh und je nahmen die gefiederten Vögel kein Blatt vor den Mund beim Sängerfest des MGV »Ravensberg« Halle im Landhotel Jäckel. Mit dem »Kosakenritt« setzte der Chor unter musikalischer Leitung von Olga Teske, begleitet von Pianistin Marina Kari, den ersten Akzent des Festes. »Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König« gab Vorsitzender Jürgen Wolff als Motto aus. Sein besonderer Gruß galt Wilhelm Bentlage, Altbürgermeister und »Ehrenlaibachspatz« sowie dem aus dem Rat ausscheidenden Vize-Bürgermeister Fritz Weßling.

Auch die befreundeten Chöre und Vereine mit ihren Abordnungen konnte der Redner willkommen heißen. Wolff gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich für den Chor, der in den vergangenen drei Jahren 14 aktive Sänger verloren habe, das Blatt wieder wenden werde. Anschließend nahm er im Auftrag des Chorverbandes Nordrhein-Westfalen die Ehrung eines besonders aktiven Sängers vor: Karl-Heinz Goedecke singt 40 Jahre im Chor. Dafür überreichte er ihm die goldene Ehrennadel mit Urkunde.

Ein Grußwort richtete auch Vize-Bürgermeister Fritz Weßling ein letztes Mal in dieser Runde an die Sängerfamilie. „Jetzt muss Schluss sein”, meinte er nach 30-jähriger Ratstätigkeit. Damals habe er sich als Eggeberger zur Wahl gestellt, damit „die uns in Halle nicht vergessen”. Es sei richtig und wichtig, dass Menschen sich der Verantwortung stellten, betonte der 77-Jährige.

Mit einem Hauch Seemannsromantik machte der Chor die Leinen los. In gemächlicher Fahrt wurden »The Holiday« den reifen Jahrgängen gerecht. Einen Akzent setzen auch die »Happys« mit ihrer musikalischen Einlage zur Narrenzeit. Zur vorgerückten Stunde war es so weit: Die »Laibachspatzen« hatten ihren Auftritt. Frech wie eh und je, voll von lokalpatriotischem Humor, ironisch, nie verletzend und immer das Ohr am Puls der Zeit, eroberten sie die Herzen ihres Publikums.

In aktueller Besetzung waren Karl-Heinz Goedecke, Wilfried Bussmann, Ernst-August Rosendahl, Hans Kuhn, Bruno Fliege, Gerhard Wissmann, Horst Upmann und Jürgen Wolff auf der Bühne angetreten. Eingepackt in bekannte Melodien, stimmten die munteren Vögel ihre Spottgesänge an, die kleinen Geschichten aus dem Haller Alltag.

»Pingelingelink« ertönte es von der Bühne, denn nach 43 Jahren gab die Haller Eierfrau ihren Handel dran. Da wurde von einem »Haller Willem« berichtet, der jetzt im Kupferkessel in »Ronnys Hofbräuhaus« reift, von den »heißen Verpuffungen in Halle und Werther« und vielen Begebenheiten, die Schlagzeilen machten.

Einer Notdurft zur Folge stifteten die Spatzen sogar ein Hundeklo für die Kiskerstraße. Es war von der Holsken-Akademie die Rede und bühnenreif tönte es »Ja, bei Lidl sind die Räuber«. Für den Tipp, zur angebotenen Hochzeitsmesse auch eine Scheidungsmesse anzubieten, stiftete Andy Marten vom gastgebenden Hause eine Lage Wacholder. Auf dem Höhepunkt der Stimmung galt ein weiteres Mal die Lebensphilosophie der Ravensberger Spatzen: »Über Hecken, über Zäune und wenn?s sein muss über Bäume, feiern wir nach freier Wahl«.

 
 
 
 
 


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