„Das Tauchen ist mein Opium” |
14.02.09 |
![]() ![]() Über der Eingangstür seines Hauses prangt ein Schild mit der Aufschrift »Five Bells - Job Done« - die Worte, die Tony Liddicoat auch als Titel für sein Buch wählte. „Wenn man unter Wasser ist und einen Job erledigt hat, zieht man fünf Mal an einer Schnur, die nach oben an Bord geht”, erklärt der ehemalige Berufstaucher. „Die Worte passen zu meinem Buch und meinem Leben hier.” Das Tauchen ist trotz seines Ruhestands noch immer fester Bestandteil in Liddicoats Leben. „Tauchen bedeutet die totale Freiheit. Es ist mein Opium”, sagt er. 20- bis 30-mal pro Jahr macht sich der 60-Jährige mit Sauerstoffflasche, Taucherbrille und Neoprenanzug auf den Weg, meistens zur Tauchstation nach Folkestone am Ärmelkanal. „Dort liegen noch hunderte Wracks, die es zu inspizieren gilt”, weiß Liddicoat. Auch in seinem Buch erzählt der Unterwasserspezialist vom Wracktauchen. 1977 versetzte ihn die britische Armee ins kenianische Mombasa. Dort sollte er mit seinem Team ein Wrack und dessen Artefakte freilegen und bergen. Nach erfolgreich abgeschlossener Expedition lud der britische Thronfolger Prinz Charles das Expeditionsteam in den Buckingham Palace ein. „Für uns war es eine große Ehre, das britische Königshaus betreten zu dürfen”, erinnert sich Liddicoat. „Prinz Charles wollte alles über unseren Aufenthalt und die Tätigkeit in Mombasa wissen. Ich habe ihn als sehr charmanten und humorvollen Mann kennen gelernt.” Der britische Autor erklärt, dass das Tauchen nicht nur ein spannendes Abenteuer ist und den Genuss von Freiheit beinhaltet. Es bringt auch Gefahren mit sich, die in seinem Buch nicht unerwähnt bleiben. Im Jahr 1981 wurde Tony Liddicoat in England zum Taucher des Jahres gewählt. Diese Ehre wurde ihm zuteil, da ein Tauchgang einen Sporttaucher fast das Leben gekostet hätte. In Belize, einem Staat zwischen Mexiko und Guatemala, tauchte ein 53-jähriger Sporttaucher zu schnell auf. Die Folge war eine Dekompressionskrankheit aufgrund der zu schnellen Druckentlastung. Der Mann kam ins Krankenhaus. Dort konnte ihm niemand helfen und die Ärzte brachten den Patienten in einem Hubschrauber zurück ans Meer zu Tony Liddicoat, der dort in einer Tauchstation als Ausbilder arbeitete. Liddicoat band den paralysierten Mann kurzerhand in seinem Krankenhauspyjama auf einem Paddel fest und tauchte mit ihm ab, während über Wasser ein tropischer Sturm tobte. 190 Minuten blieben sie unter Wasser, um den Druckausgleich wieder herzustellen. Ohne Liddicoats Einsatz wäre der Mann gestorben. Tony Liddicoats Buch ist eine interessante und spannende Lektüre für jeden, der sich für das Berufs- und Sporttauchen interessiert. Bisher hat der Autor 600 Exemplare verkauft. Das Buch wurde in den Vereinigten Staaten gedruckt und ist lediglich in englischer Sprache unter der ISBN-Nummer 978-0-9561399-0-0 erhältlich. |
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