Lauern auf Ideen für die Mauer |
21.01.09 |
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Versmold (tas). Pfarrer Dirk Leiendecker und Bürgermeister Thorsten Klute müssen sich in Zurückhaltung üben, als sie die Zeichnung vom Platz rund um die Petri-Kirche hervorholen. Vorstellungen, wie dieser möglicherweise in Zukunft aussehen könnte, haben beide unabhängig voneinander schon. Vorstellungen davon, was auf keinen Fall im Herzen der Stadt verändert werden sollte, ebenso. Über ihre Überlegungen aber wollen Presbyteriumsvorsitzender und Verwaltungschef schweigen - und stattdessen die Meinung der Versmolder hören.
Ganz so alt wie das Gotteshaus sei die Diskussion über die Gestaltung des Kirchvorplatzes zwar nicht, sagt Dirk Leiendecker mit einem Schmunzeln. Völlig neu auf den Tisch gekommen ist das Thema nun aber auch nicht. Jüngst waren seitens der Politik Stimmen laut geworden, sich über die Nutzung des Bereiches vor der Petri-Kirche neuerlich Gedanken zu machen. Hintergrund sind die Empfehlungen aus dem Einzelhandelsgutachten, das im Dezember öffentlich vorgestellt wurde und das eben unter anderem eine klare Aussage zum Kirchengrundstück enthält. Jeder kann bis Mitte Februar seine Meinung schreiben Demnach werde der Bereich durch die kleine Mauer vom öffentlichen Straßenraum getrennt. Das führe dazu, dass der markante Punkt nicht ausreichend erlebbar für die Besucher sei. Der Gutachter schlägt eine Neutrassierung vor, um den Kirchvorplatz zu einem Ort für Kommunikation und Aufenthalt werden zu lassen. Auch wird ein neuer Standort für das Kriegerdenkmal angeregt. „Es gibt viele Richtungen, in die wir denken können”, sagt Bürgermeister Thorsten Klute. Die Ergebnisse des Gutachtens seien nur eine Möglichkeit. Stadt und Kirchengemeinde suchen deshalb den Dialog mit der Bevölkerung. Das Einzelhandelsgutachten beinhalte lediglich den „berechtigten” Wunsch der Einzelhändler nach einer Öffnung des Kirchvorplatzes, wie Pfarrer Leiendecker betont. „Wir wollen das Ganze aber auf breitere Füße stellen.” Grundsätzlich sei die Kirchengemeinde als Grundstückseigentümerin gesprächsbereit und werde das Thema in der nächsten Presbyteriumssitzung auf die Tagesordnung stellen. Bereits Mitte der 80er-Jahre sei die Forderung nach einem veränderten Kirchvorplatz im Zuge der Innenstadtsanierung laut geworden. Seinerzeit allerdings lehnte die evangelische Gemeinde den Vorschlag ab. „Damals ging es nicht um Aufenthalt und Erholung, sondern um Straßenfläche und Parkplätze”, erinnert sich Leiendecker. Sogar von einem unterirdischen Parkhaus war damals die Rede. Nicht das einzige Mal, dass über den zentralen Platz, der bis 1840 Friedhof war, gesprochen wurde. Ende der 90er-Jahre ging es um die bessere Anbindung an den Marktplatz, vor einigen Jahren im Rahmen des Stadtmarketingprozesses unter anderem um die Versetzung der Bäume. „Auch diese Ideen sind im Sande verlaufen”, so Leiendecker. Dieses Mal soll es konkreter werden, sollen nicht nur die Stimmen einzelner Interessengruppen gehört werden. Bis zum 17. Februar nehmen Kirchengemeinde und Stadt Vorschläge entgegen. Soll die Mauer verschwinden? Wie verhält es sich mit dem Denkmal? Wie viel Grün ist wichtig? Presbyterium und eine Arbeitsgruppe werden sich dann mit den Ideen beschäftigen. Anregungen können per E-Mail an evkirche.versmold@ t-online.de oder an vorzimmer. stadtversmold@gt-net.de geschickt werden. Ideen werden ebenso im Gemeindebüro und im Bürgerbüro angenommen. Auf der Homepage der Stadt (www.versmold.de) sind entsprechende Skizzen erhältlich. |
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