Brinkhaus hängt alle ab

28.10.08
Halle/Kreis Gütersloh (hego). Ralph Brinkhaus heißt der CDU-Kandidat für den Wahlkreis 132. Der 40-jährige Steuerberater setzte sich mit der überwältigenden Mehrheit von 120 Stimmen bereits im ersten Durchgang des Wahlparteitages als Nachfolger von Hubert Deittert durch. Abgeschlagen folgten Ludger Kaup (33), Andreas Westerfellhaus (25) und Tim Arnold mit 17 Stimmen. Ludger Kaup, der sich als Kreisvorsitzender große Chancen ausgerechnet hatte, brachte sich mit der Bemerkung: „Wer mit 59 Jahren für das Amt eines Bundestagesabgeordneten zu Alt ist, der müsste auch für andere Ämter in der Partei zu alt sein”, schwer in Bedrängnis. Nach der Wahlschlappe wollte er gestern Abend aber keine Konsequenzen aus dieser Formulierung ziehen.

Mit dem gestrigen Wahlparteitag endete eine außergewöhnliche Kandidatenkür. Zunächst hatten sich fünf Aspiranten um die Nachfolge beworben. Der Landtagsabgeordnete Dr. Michael Brinkmeier zog nach der Vorstellungsrunde durch die Stadtverbände seine Kandidatur zurück. So blieben Tim Arnold, Ralph Brinkhaus, Andreas Westerfellhaus und Ludger Kaup übrig für das Finale.

Das begann gestern Abend wenige Minuten vor 20 Uhr, als Hans Schäfer aus der Ortsunion Schloß Holte-Stukenbrock als Tagungspräsident das Wahlverfahren in der Gütersloher Stadthalle eröffnete.

Ralph Brinkhaus (40) begann die letzte Vorstellungsrunde. Sieben Minuten hatte er Zeit, den Wahlmännern und -frauen seine Ziele zu erklären. Er nutzte seine Sprechzeit, um die Parteifreunde in Fahrt zu bringen, sie an die Wurzel der C-Partei zu erinnern und sie zu animieren, zum Wohl des Volkes gegen den Strom zu schwimmen. Er schloss seine Ausführung damit, festzustellen, dass das C für Zuversicht und Zukunft stehe und er antrete, um den Kindern ein freies Land zu vererben.

Tim Arnold (39) forderte die Delegierten auf, die Werte der Generation zu pflegen, die das Land aufgebaut habe. CDU stehe für Freiheit. Im Kreis Gütersloh verfüge die CDU über die besten Leute, die besten Ideen und sie habe dazu beigetragen, eine lebendige Bürgergesellschaft mit robuster Struktur zu bauen. Dieses Modell wolle er nach Berlin tragen. »Weltgewandt und bodenständig«, diesen Slogan des Kreises beherzige er.

Angriffslustig, spritzig, intelligent aber nicht beleidigend gab sich Andreas Westerfellhaus (52)

. Er präsentierte sich als Sozialexperte, der für viele Menschen im Wahlkreis da sein wolle und er machte keinen Hehl daraus, dass er angetreten sei, um nach Berlin gehen zu dürfen. Eine Stimme für ihn sei eine Stimme als Investition in den Menschen.

Kreisvorsitzender Ludger Kaup (59) machte den Delegierten deutlich, dass er es sei, der sich die Chance auf die Kandidatur erarbeitet habe. Er verwies auf jahrelange Erfahrung, nannte viele erfolgreiche Projekte der Partei, bei denen er Regie geführt habe und formulierte schließlich die oben zitierten Sätze zu seinem Alter, die selbst Staatssekretär Günter Kozlowski für »etwas zu scharf« hielt.

 
 
 
 
 


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