Kosaken überzeugen mit ungeheurem Stimmenpotenzial |
27.10.08 |
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Halle (-ö-). Was für ein Chor, welch ein Stimmpotenzial. Der MGV »Ravensberg« Halle präsentierte im Rahmen des »musikalischen Herbstes« den Don Kosaken Chor Wanja Hlibka. Anlass für die musikalische Sternstunde in der voll besetzten St. Johanniskirche war der 140. Geburtstag. „Wir wollen mit diesem Konzert unseren fördernden Mitgliedern, Freunden und Konzertbegleitern Danke sagen für ihre langjährige Treue”, sagte Vorsitzender Dieter Baars in seiner Begrüßung.
Den chorischen Prolog des Gemeinschaftskonzertes setzte der Haller Männerchor erstmals unter Leitung seiner neuen Dirigentin Olga Teske. Mit dem romantischen Schubert-Lied »Abendrot« und dem temperamentvollen »Kosakenritt« zum Beginn des zweiten Programmteils zeigten die Ravensberger homogene Präsenz in bewährter Stimmführung in beiden Darbietungen durch lyrische Interpretation und das lebensfrohe Temperament der Folklore. Kosaken-Chöre haben eine lange Tradition. Der in Halle gastierende Don Kosaken Chor Wanja Hlibka kann sich auf den legendären Gründer des Originals berufen. 1921 gründete Serge Jaroff den Chor in türkischer Gefangenschaft und führte ihn sehr schnell zu Weltruhm. 1967 wurde Wanja Hlibka jüngster Solist im Don Kosaken Chor. Nach dem Rückzug von Serge Jaroff im Jahre 1979 übernahm der heutige Dirigent den Chor, der seit 2001 als »Original-Don-Kosaken Chor« auftritt. Mit den Gesängen der russisch-orthodoxen Liturgie unterstrich am Samstagabend auch der 14-köpfige Vokalchor im schwarzen Kosaken-Outfit die tiefe Verwurzelung des russischen Volkes zu ihrer Kirche. „Erster Psalm Davids« war der Auftakt für eine große Bandbreite der enormen Chor- und Solistenleistungen. Beeindruckend gleich zu Beginn der tiefschwarze Bass von Jerge Jarschenko, der mühelos der ganzen Urgewalt der menschlichen Stimme Ausdruck verlieh. Das ausdrucksstarke Klangbild des Don Kosaken Chores beeindruckte. Der unvergleichliche Stimmenreichtum füllte das Gotteshaus. Immer und immer wieder faszinierten die Sänger mit enormer Intonationssicherheit und voluminös tragfähigen Stimmen, die die Akustik der Kirche im machtvollen Forte fast überforderte. Ein perfektes Klangbild vom fast gehauchten Piano bis zum mächtigen Fortissimo. Im zweiten Teil war die russische Seele gefordert, melancholische, gefühlvolle und lebensfrohe Volksweisen wurden gesungen, die in der russischen Volksmusik Tradition haben. Auch hier kamen die tiefen Bässe und klaren Tenöre der Kosaken und der Solisten voll zum Tragen. Nicht fehlen durften die romantischen »Abendglocken«. Der Gefühlsdamm der Zuhörer war gebrochen. Auch die »Ballade von den zwölf Räubern«, »Moskauer Nächte« und »Grünes Gras und Kalinka« gehörten zum Repertoire. Begeisterter Applaus und »Standing Ovations« für die Sänger und seinen Dirigenten Wanja Hlibka. Der Chor bedankte sich mit »Stenka Rasin«, einem weiteren temperamentvollen Höhepunkt russischer Folklore. Der MGV-Vorsitzende Dieter Baars nannte es den Gänsehauteffekt, den der Chor bei ihm hinterlassen habe. Damit sprach er vielen Besuchern aus dem Herzen. Er bedankte sich bei den Gästen, bei Chorleiterin Olga Teske und der Pianistin Marina Kari. Als Schlusspunkt eines bemerkenswerten Konzertes sangen beide Chöre gemeinsam mit dem Publikum das Abendlied »Guten Abend, gute Nacht«. |
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