Entscheidung gegen Hörste ist gefallen |
23.10.08 |
![]() Der Bau der Sporthalle stand dabei nicht einmal direkt auf der Tagesordnung, sondern eben nur der Ankauf eines Grundstücks. In den Diskussionen um den Bau von Sporthallen in der Stadt Halle und ihren Ortsteilen am Anfang des Jahres ergab sich im Falle von Hörste die besondere Schwierigkeit, dass im Bauamt der Stadt, verstärkt durch die Expertise eines Fachplaners, schlicht kein überzeugender Grundstücksvorschlag für den Bau der gewünschten Halle gefunden wurde. Entweder hätte eine solche Halle demnach mit Millionenaufwand vier Meter tief in der Erde versenkt werden müssen oder wäre so weit entfernt von der Grundschule errichtet worden, dass sie für den Sportunterricht nicht zumutbar war. In dieser Situation stelllte die TG Hörste ihren Vorschlag zur Debatte, das zum Verkauf stehende Grundstück des Hofes Fronemann zu nutzen, und präsentierte sogar einen fertigen Bauplan. Immerhin ergaben sich dagegen offensichtlich keine stadtplanerischen Argumente mehr, denn die spielten in der Ausschussdebatte keine Rolle. Doch so bunt wie die Koalition der Unwilligen ist die Aufzählung der Gründe, warum sich am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung nur drei Jastimmen bei sieben ablehnenden Voten und zwei Enthaltungen ergaben. Die Öffentlichkeit musste von der Diskussion ausgeschlossen werden, weil bei Grundstückskäufen auch über mögliche Preise gesprochen wird, doch das Haller Kreisblatt fragte nach den Argumenten. Ausschließlich finanzielle Gründe sah Helga Lange (Grüne). Sie erwarte massive Auswirkungen der Finanzkrise auf die Stadt Halle, während sie im März noch große Hoffnungen auf eine positive finanzielle Entwicklung gehabt hätte. Kämmerer Erhard Günner hatte kurz zuvor in der Sitzung erklärt, dass er für 2008 ein ähnlich hohes Steueraufkommen wie 2007 erwarte, als die Stadt Halle einen Einnahmerekord erzielte. Bei einer turbulenten Ratssitzung im März wurde mit breiter Zustimmung beschlossen, Hörste die Chance auf eine Zweifachhalle zu erhalten und unter anderem die finanzielle Entwicklung abzuwarten. Der Vorschlag kam von der STU, für die Peter Rieke jetzt allerdings erklärte, dass es wohl ein Fehler gewesen sei, nicht schon damals dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt zu sein. Die hatte von Anfang an für Hörste nur eine Einfachhalle vorgeschlagen. Nach ihrer Meinung folgerichtig verhielt sich deshalb Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, die sich am Mittwoch der Stimme enthielt, während sie im März noch gegen den Hörste gestimmt hatte. Ihren damaligen Vorschlag halte er für richtig, sagte für die CDU Heinz-Jürgen Köster. Ein Sportzentrum an der Masch sei die richtige Entscheidung, schon weil dort Parkplätze, Grundstück und anderes bereits vorhanden seien. Für die FDP meinte Claudius Bündgen, dass er einem Kauf ohne Wenn und Aber nicht zustimmen wollte. Sein Vorschlag, mit einem niedrigeren Preisangebot in neue Verhandlungen mit den Grundstückseignern zu treten, habe kein Gehör gefunden, deshalb habe er abgelehnt. Die bereits im Antrag der TG Hörste genannte Option, das Grundstück nach dem Kauf als Wohnbaufläche zu vermarkten, wenn man sich gegen den Bau der Halle entscheide, sah er als noch nicht ausreichend geprüft an. Eben diese Möglichkeit bewertete Ulrike Sommer für die SPD als durchaus gegeben an. Das Risiko für die Stadt im Falle einer Vermarktung als Wohnbauland bewerte sie als nicht so hoch, doch habe sie leider keine Mehrheit gefunden. Den übrigen Parteien warf sie vor, hinter den Beschluss im März zurückgegangen zu sein. Auf dieses Datum bezog sich auch Karl-Heinz Wöstmann, Vorsitzender der UWG und der TG Hörste. Hätten die Neinsager schon damals ihre Meinung kundgetan, hätte man den engagierten TG-Mitgliedern viel Zeit und Geld ersparen können. Mit dem Bau der Halle an der Masch werde dem Bürgerwillen nicht Rechnung getragen. |
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