Wilder Westen fängt gleich in Pium an

19.08.08
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von Ed rekate     Borgholzhausen (ed). In Anlehnung an den größten Wild-West-Klassiker der Filmgeschichte mit Grace Kelly und Gary Cooper gab es auf dem Gelände des Kulturbahnhofs ein zweitägiges Festival, das sich bereits in seiner ersten Auflage einen legendären Ruf erwarb. „Ich denke, das ist Neuland, und vielleicht wird es zu einem Begriff, das Country-Festival hier am Borgholzhausener Bahnhof”, im stilechten Western-Look begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Kurt Lückebergfeld am vergangenen Samstagmittag kurz nach 12 Uhr die begeisterten Gäste und die aktiven Fans der Hillbilly-Musik und des New Country.

Nur kurze Zeit später feuerte Udo Mescher, der »Boss« im B3, bei strahlendem Sonnenschein den verbalen Startschuss ab. „Genießt die Musik und die ganze Atmosphäre”, lautete sein praktischer Appell. Eigentlich fehlten jetzt nur noch die Pferde. Mit Steel-Guitar, Dobro, Kazoo, Steaks und Cowboyhüten war die Western-Illusion in und um den Piumer Kulturbahnhof perfekt in Szene gesetzt. Selbst der traditionelle Tennessee-Whiskey aus der Kleinstadt Lynchburg, wurde über die glatt polierte Theke geschoben. DJ Wölkchen und DJ Bronco vom Berliner Internet-Countrymusic-Radio CM24 moderierten die Veranstaltung und sorgten in den Umbauphasen für die stilvolle Background-Untermalung.

Das komplette B3-Serviceteam in der Küche, am Holzkohlengrill, im dekorierten Saloon, am Kaffee- und Kuchenbuffet und an diversen Getränkeständen hatte weder Zeit noch Mühen gescheut, zur Premiere des Borgholzhausener Western-Events nur das Beste für ihre Gäste vorzubereiten und anzubieten. Geschäftsführer Wilhelm Pahde und Chefköchin Gabi Schimansky-Wilke erhielten für die Organisation des Festivals nur großes Lob. Spielzeit und Realzeit waren bei dem vergnüglichen Live-Festival natürlich identisch und das abwechslungsreiche Programm bot einen pausenlosen Spannungsbogen ganz ohne Streit und rauchende Colts. Fürs vergnügliche Jederman-Rodeo mit Absturzgarantie war der mechanische Plastik-Bulle »Elvis« zuständig, der von Animateur Quoc Pham mit humorvollen Kommentaren in die Airbag-Arena geschickt wurde.





Gleich 20 hochkarätige Stars waren am Bahnhof eingetroffen



Gleich 20 hochkarätige Stars waren am Bahnhof eingetroffen und sorgten auf der Open-Air-Bühne für einen urwüchsigen, absolut authentischen Sound. In acht verschiedenen Formationen agierten vier lokal und überregional bekannte Country- Gruppen. Es spielten die aus dem Bielefelder Kneipenkult hervorgegangene Band »Tennessee 4 or 5«, das original britische Trio mit Phil Shackleton, Jerry Spooner und Roger Clark-Johnson und das Quintett »Southern Streamline« auf. In chronologischer Reihenfolge waren die Ballade über Jesse James und das Concerto für Kontrabass und Löffel zu hören, in dem der geschickte Musikhandwerker Jerry Spooner das Piumer Publikum mit seinem Esslöffel-Solo in »That?s Allright, Mama« von King Elvis vollständig verblüffte.

Die absoluten Highlights des Abends waren Katie Grant, die mit ihrer goldenen Stimme und der prickelnden Country-Show mit dem bezaubernden Woman-Touch dem Sonnenuntergang Konkurrenz machte, und die legendäre B3-Houseband »Steve Haggerty & The Wanted«, die bei ihrem sensationellen fünften Auftritt in Borgholzhausen die Zuhörer und die partielle Mondfinsternis musikalisch sicher durch die Nacht begleiteten. Die Auftritte aller Künstler wurden spontan von mehreren Line-Dance-Gruppen unterstützt. Die »Thunderboots«, die »Flophouse« und die »Yee Haa« aus Bielefeld, Dinslaken und Soest, legten beim Konzert so mache kesse Sohle auf die Pflastersteine und unterhielten mehr als 300 heimische Cowboys und Cowgirls, die sich zu dem Tanzvergnügen am Kulturbahnhof eingefunden hatten.

Mal melancholisch, mal voller Lebensfreude, genauso bot sich die Country-Musik am Kulturbahnhof dar. Sängerin Katie Grant präsentierte flotte Melodien, aber auch originelle Schmusesongs aus eigener Feder. Mit Energie zog sie ihre Schuhe aus und machte, im Rhythmus mexikanisch angehaucht, richtig Dampf. Anschließend rockten nonstop die »Gesuchten« aus Bielefeld durch die Nacht. Mit Frontfrau Kelly Norton und dem ausdrucksvollen Steve Haggerty mit der rauchzarten Stimme an ihrer Seite sprangen die musikalischen Funken wie Wunderkerzen ins Publikum. Ihr finaler Topact waren die staubigen »Ghostriders in the sky«, ein faszinierender Song, der einfach alles mitriss.





Besucher: „Es hat sich jedenfalls gelohnt, nach Pium zu kommen”



„Es hat sich jedenfalls gelohnt herzukommen”, freuten sich Regina und Elmar von den Line Dancern aus Dinslaken. Zum zweitägigen High-Noon-Festival in Pium gekommen waren auch kostümierte Western-Helden wie Doc Haneberg aus Bramsche, der staubige Dusty aus Norddeutschland und der waschechte Cheyenne-Häuptling Mato, Standing the Black Bear, dessen Vater ein urwüchsiger Vollblut-Indianer ist. Der Häuptling und angehende Heiler fertigt seine Kleidung aus Hirschleder, Türkissteinen und Vogelknochen selbst und kann einen Stammbaum nachweisen, der mehr als 780 Jahre zurückreicht. So weit reicht die Überlieferung des High-Noon-Festivals natürlich noch nicht zurück, aber vielleicht erfolgt die zweite Auflage bereits im nächsten Jahr.

 
 
 
 
 


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