Riesenföhn trocknet Court-Rasen

30.05.08
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Halle (hego). Gestern kurz vor Mittag im Haller Gerry Weber Stadion: Dichter Nebel liegt über der grasgrünen Rasenfläche, kein englischer, sondern künstlich erzeugter, um die Bewegung der Luftmassen zu demonstrieren. Aus 2400 Kugeldüsen haucht ein fühlbarer Luftstrom über den Platz und trocknet ihn ab. 80 000 Euro hat die Gerätschaft gekostet. Ralf Weber: „Viel Geld, aber wir brauchen für die Spieler optimale Verhältnisse, so wie sie sie in Wimbledon vorfinden.”

„Die Natur kann man nicht überlisten”, hat Greenkeeper Phil Thorn erkannt. Schon seit Jahren dokterte er mit verschiedenen Methoden herum, um die Rasenflächen gleichmäßig trocken zu bekommen. Fast unmöglich, denn die sonnenbeschienenen Stellen waren immer schneller trocken als die schattingen an den Rändern. Kam dann auch noch feuchtes Sommerklima dazu, verwandelten sich die Ränder schnell zu Rutschbahnen und die Spieler protestierten. Zusammen mit Thomas Gürlich von der Steinhagener GeBauTec, dem Ingenieurbüro Spannhoff in Melle und der Rasenfirma Eurogreen wurde die Rasentrocknung nach längeren Tests entwickelt.

Thomas Gürlich: „Wir haben zum Beispiel in der Küche des Sportpark-Hotels extrem feuchtes Klima produziert und dann mit verschiedenen Belüftungsmethoden den Trockenprozess eingeleitet.”

Zwei große Belüftungsaggregate, die stündlich bis zu 40 000 Kubikmeter Luft durchsetzen können, verteilen über 2400 Luftdüsen einen Luftteppich über der Rasenfläche. Der kann beliebig warm, kalt, trocken oder feucht sein. Rasenmeister Phil Thorn kann die Werte an einer Skala einstellen. Damit das alles funktioniert, sind zwei Kältemaschinen mit einer Leistung von 600 Kilowatt in das Belüftungssystem eingebaut worden.

Phil Thorn: „Nun muss ich die richtige Luftfeuchtigkeit und Temperatur ermitteln, damit der Rasen perfekt wird.”

Die Anlage insgesamt ist weltweit die offenbar erste, die Stadionrasen abtrocknet. Ralf Weber: „Es ist uns ganz wichtig, dass wir den Spielern einen optimalen Tennisplatzrasen anbieten können, „denn nur wenn wir auch wirklich die innovativste Technik einsetzen, dann haben wir auch weiterhin die Weltspitze bei unseren Turnieren zu Gast.”

Übrigens: Die Anlage wird nur drei bis vier Wochen im Jahr benutzt. Dannach wird sie wieder abgebaut und eingemottet.

Ähnlich ist es mit der freitragenden Kamera und der Lichtbrücke, die ebenfalls mehrfach im Jahr montiert und demontiert werden müssen.

 
 
 
 
 


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