„Ein komplett geänderter Boxer” |
29.05.08 |
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Von Detlef Hans Serowy
Halle. Die beiden Kontrahenten würdigten sich kaum eines Blickes. WBA-Schwergewichtsweltmeister Ruslan Chagaev und sein Herausforderer, Ex-Weltmeister Nikolai Valuev, saßen am Mittwochmittag im Sportpark Hotel nur einen Meter voneinander entfernt - wichen sich aber über eine Stunde lang konsequent aus. Keine vollmundigen K.O.-Ankündigungen oder Drohungen, wie sie sonst im Vorfeld von Boxkämpfen üblich sind. Stattdessen wortkarge Statements des Weltmeisters und selbstkritische Analysen von Nikolai Valuev.
Ralf Weber konnte zur Pressekonferenz im Vorfeld der »Unsiversum Champions Night« am 5. Juli ein hochkarätig besetztes Podium präsentieren. Neben Chagaev und Valuev waren auch WBA-Mittelgewichtsweltmeister Felix Sturm, Universum-Trainer Michael Timm (betreut Sturm und Chagaev), Promoter Klaus-Peter Kohl mit seinem Technischen Direktor Jean-Marcel Nartz, Valuev-Trainer Alexander Zimin sowie Repräsentanten des Sauerland-Boxstalls von Nikolai Valuev und von Don King aus den USA erschienen. Weber sprach von „geballter Boxprominenz” und charakterisierte die Champions Night als „das Hochkarätigste im Boxen, was wir je hatten”. Diese Einschätzung teilt er mit Klaus-Peter Kohl. „Was Besseres und Größeres kann man in Deutschland derzeit nicht veranstalten. Es gibt Anfragen von TV-Anstalten aus der ganzen Welt”, sagte der Chef der Universum Box-Promotion GmbH. Trainer Michael Timm sprach mit Blick auf Chagaev und Valuev von „den beiden Spitzenleuten im Schwergewicht”, bei denen die Taktik entscheiden werde. Welche Taktik das bei seinem Boxer sein wird, wollte Timm natürlich nicht verraten. Ruslan Chagaev gab sich bei Fragen zum Kampf und zum Gegner wortkarg. Er werde die Antwort im Ring geben, ließ sich der 29-Jährige immerhin entlocken. Der Champion hat jetzt einen Ernährungsberater („das ist gut für mich”) und denkt über seinen sensationellen Titelgewinn im Kampf gegen Nikolai Valuev im April vergangenen Jahres nicht mehr nach. „Das ist die Vergangenheit, ich blicke jetzt nur in die Zukunft.” Viel in die Vergangenheit geblickt hat offenbar Nikolai Valuev. „Ich habe diesen Kampf sehr oft gesehen, so etwas kommt nicht mehr vor, ich habe meine Hausaufgaben gemacht”, stellte der 35-Jährige klar, als eine Videosequenz seiner bislang einzigen Niederlage im Kampf gegen Chagaev gezeigt wurde. Mit Alexander Zimin steht ein neuer Trainer an seiner Seite und der hat klare Ambitionen. „Nikolai soll nicht nur wieder Weltmeister werden, er soll auch attraktiv boxen”, erklärte der 59-Jährige Russe jüngst in einem Interview. Zimin sieht seinen Schützling „auf einem guten Weg”. „Nikolai hat gute Fortschritte im physischen, technischen und taktischen Bereich gemacht und seine Schlagfrequenz gesteigert.” Das wurde bereits im Ring sichtbar. Im März hatte sich Valuev gegen den Weißrussen Sergej Liakhovic mit einem überzeugenden Punktsieg als Nummer 1 der WBA das Herausforderungsrecht für einen Fight gegen Weltmeister Chagaev erkämpft. Von positiven Entwicklungen beim Herausforderer sprachen auch Pavel Gozvman und Christian Meyer. „Ich erwarte einen großen Kampf, Nikolai hat sich unter dem neuen Trainer gut entwickelt”, meinte der Repräsentant von Promoter-Legende Don King aus den USA. „Wir werden im Vergleich zum 14. April 2007 einen komplett geänderten Boxer sehen”, versprach der Sauerland-Geschäftsführer. Randy Griffin war nicht aus den USA zur Pressekonferenz angereist, hatte aber - per Sprachbotschaft - seinen Sieg gegen Felix Sturm für die 10. und 11. Runde angekündigt. Der »Gentleman« versprach einen tollen Kampf und meinte: „Wenn er schlägt, werde ich kontern, wenn er sich zurückhält, wie am 20. Oktober, und mich arbeiten lässt, wird er trotz alledem einen Vorteil bei den Punktrichtern haben.” Sturm antwortete auf diese Provokation mit klaren Worten. „Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und jetzt Kraft für 15 Runden”, so der Mittelgewichtsweltmeister. Er wolle eine bessere Leistung abliefern und habe ein paar mehr Schläge drauf. „Wir werden sehen, wie es in den letzten Runden läuft und für wen.” Der 29-Jährige Hamburger hat Halle in bester Erinnerung, obwohl sein letzter Kampf gegen den »Gentleman« hier nur unentschieden gewertet wurde. „So eine Stimmung erlebt man selten”, meinte Felix Sturm. Eine solche Stimmung wünscht sich Ralf Weber, Prokurist der Gerry Weber Management und Event OHG, auch für die »Champions Night« am 5. Juli. „Wir haben bereits über 5 000 Karten verkauft und glauben, der Abend wird ausverkauft”, erklärte er. Karten gibt es im Vorverkauf noch in allen Kategorien, die Preise beginnen bei knapp 40 Euro. Die sechs Vorkämpfe laufen ab 18 Uhr, das ZDF überträgt ab 22 Uhr und der Hauptkampf wird um 22.15 Uhr eingeläutet. |
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