Hauptschule: Paten, die fördern und fordern

28.05.08
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Halle (DHS). Für Axel Schlüter sind es niemals die Eltern allein, die ihre Kinder erziehen. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen”, zitiert der Haller Apotheker eine afrikanische Weisheit. „Ich bin der kirchlichen Jugendarbeit in Künsebeck sehr dankbar dafür, dass sie bei unseren Kindern geholfen hat”, sagt Schlüter. Jetzt will auch er helfen und hat dafür das Schülerpatenprojekt an der Haller Hauptschule ins Leben gerufen.

In der Schule kümmerten sich viele Menschen um die Jugendlichen. Schwierig werde es erst anschließend, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und in der Lehre, sagt Axel Schlüter am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz in der Hauptschule. Diese Erfahrung hatte er mit Hauptschülern während ihres Praktikums gemacht und war deshalb aktiv geworden.

Mit im Boot waren von Anfang an Werner Krauß und Bernd Eimterbäumer von der evangelischen Kirchengemeinde Halle, Übergangscoach Detlef Jürgens von der Hauptschule Halle und Heinrich-Werner Martens. Zum Patenkreis gehören inzwischen außerdem Egon Grabski, Kay Lempelius und Reinhard Plöger. „Wir sind lebens- und berufserfahrene Menschen”, fasst Werner Krauß die Kompetenzen der Paten zusammen.

Als Werber und Koordinator ist der ehemalige Leiter der Storck-Sozialabteilung dafür zuständig, neue Paten anzusprechen, ihnen im Einzelfall zu helfen und Praktikumsplätze für die Jugendlichen einzuwerben. Wie die Paten arbeitet auch Krauß ehrenamtlich. Einziger »Profi« im Team ist Detlef Jürgens. „Als Übergangscoach ist er unser Dreh- und Angelpunkt”, erläutert Werner Krauß. Jürgens hält den Kontakt zu den Schülern, den Lehrern und zu den Paten.

Betreut werden nur Schülerinnen und Schüler, die das Angebot freiwillig annehmen und auch eine Patenschaftsvereinbarung unterschreiben. „Die Paten werden aktiv, wenn die Schüler wirklich dazu bereit sind und wenn es auch Unterstützung von den Eltern gibt”, betont Werner Krauß. Jeder Pate hat immer nur ein »Patenkind«, betreut wird so lange, „wie es Sinn macht”.

Das kann durchaus bis zum Ende der Ausbildung dauern. Denn ein erfolgreicher Einstieg in das Berufsleben ist das Ziel der Patenschaft. „Junge Leute sollen ihren Weg gehen und wirtschaftlich unabhängig werden”, bringt es Werner Krauß auf den Punkt. Dieser Weg ist oft steinig und selten gerade. Eine Erfahrung, von der die Paten am Mittwoch berichten.

Für Egon Grabski lief es mit der ersten Patin gut an. „Sie wollte gern Fachkraft im Süßwarenbereich werden”, so der Projektingenieur. An die Vereinbarung, auch Bewerbungen zu schreiben, hielt sich die junge Dame aber leider nicht. Die Patenschaft war damit erst einmal beendet. Fördern und fordern lautet ein wichtiges Motto der Patenschaften. „Viele junge Menschen verfügen leider nicht über die elementarsten Kompetenzen im Sozialverhalten”, bedauert Werner Krauß.

Das wollen er und seine Mitstreiter gern ändern - und dafür brauchen sie noch viele Paten. „Sehr willkommen sind uns auch Frauen”, betont der Koordinator. Dringend benötigt werden auch Praktikumsplätze. Hauptschüler »erarbeiten« sich ihre Ausbildungsplätze zunehmend über Langzeitpraktika. Wer mitarbeiten oder eine Praktikantenstelle anbieten möchte, kann sich unter ` (05201) 1 02 06 oder WH.Krauss@tele2.de mit Werner Krauß in Verbindung setzen.

 

 
 
 
 
 


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