IG Metall: „Betrieb für Betrieb zu einem neuen Tarif” |
21.05.08 |
![]() Ute Herkströter, zweite Bevollmächtigte der IG Metall in Bielefeld und verantwortlich für die Tarifverhandlungen: „Die Flucht der Arbeitgeber aus den ausgehandelten Flächentarifen ist ein in der jahrzehntelangen Tarifgeschichte einmaliger und ungeheuerlicher Vorgang.” Am 18. April hatten die Arbeitgeber noch einen Tarifvertrag mit der CGM, der Christlichen Gewerkschaft Metall geschlossen, der in seinen Auswirkungen für die Beschäftigten ungünstiger ist, als der vor dem Abschluss stehende IG-Metallvertrag. Sechs Tage später löste sich das Arbeitgeberlager auf und erschien nicht zu den angesetzten Tarifverhandlungen. Domnik: „Die Situation ist äußerst kompliziert. Die CGM ist aus unserer Sicht keine Gewerkschaft, weil sie keine Mitglieder hat. Sie ein willfähriger Verbündeter der Arbeitgeber, von dem er die Konditionen erhalten hat, die von der IG Metall aus sozialer Verantwortung und aus guten Gründen der Beschäftigungssicherung nicht akzeptiert werden. Wir werden nun die einzelnen Betrieb zu einem einzelnen Abschluss mit uns auffordern.” Mit der Firma Steinböhmer wurde schon ein Tarifvertrag abgeschlossen, mit Nagel & Sohn steht man gegenwärtig in Verhandlung. Ute Herkströter: „ Für die Beschäftigten in den kleinen Firmen wird es allerdings schwierig. Bei Firmen mit mehr als fünf Mitarbeitern raten wir zur Gründung eines Betriebsrates.” Die verfahrene Situation führt auch dazu, dass gegenwärtig bei der IG Metall verstärkt nicht organisierte Mitarbeiter der Kraftfahrzeugbranche vorstellig werden und sich um eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft bemühen. Dringend wird allerdings von der Gewerkschaftsseite davon abgeraten, Tarifverträge der CGM zu unterschreiben. Herkströter: „Mit diesen Konditionen stehen die Kollegen deutlich schlechter da. Bleiben Sie bei den alten Konditionen.” Nach Einschätzung der Gewerkschaftler scheint es im Verband der Arbeitgeber eine Neuorganisation zu geben. Offenbar, so Domnik, hatten viele kleine Unternehmer die Vorstellung das Tarifgefüge voll zu zerschlagen. Das wird ihnen nicht gelingen und sie müssen aufpassen, nicht selbst auf der Strecke zu bleiben, denn gleiche Wettbewerbsbedingungen sind auch für die Arbeitgeberseite wichtig für das Überleben. |
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