Flanieren nur im Festzelt

19.05.08
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Halle/Rietberg (HK/hego). „Womit haben wir das verdient”, fragten sich am Samstag Halles Ehrenamtler und professionelle Tourismuswerber. Sie erwischten bei ihrer Städtepräsentation auf der Landesgartenschau in Rietberg wahrlich einen rabenschwarzen Tag. Nach knapp drei Wochen Frühsommersonne satt, erhielt die LGS das, was sie für ihre Grünflächen dringend benötigte, richtig ausgiebigen westfälischen Landregen. Die Delegation konnte ihn nicht gebrauchen, wurde dafür aber am gestrigen Tag mit ganz ordentlichem Wetter entlohnt.

Kalte Temperaturen und immer wieder das Nass von oben weckten wenig Appetit bei den verbliebenen, unerschrockenen Besuchern aus vorwiegend Ostwestfalen-Lippe, sich in der Freiluft-Bühne, der sogenannten Volksbank-Arena, niederzulassen. Und so blieb man dort zumindest am Samstag quasi fast unter sich. Der Stimmung allerdings tat das wenig Abbruch, die Vereinsvertreter, der Haller Willem, die Delegation aus Politik und Verwaltung und vor allem die Akteure aus den Vereinen nahmen ohne Murren hin, was sowieso nicht zu ändern war.

Die Jazztanz-Show-Formation des SC Halle mit ihren drei Turnierteams zeigte ihr ganzes Können und wurde dafür zum Ende des Auftritts hin mit kurzzeitig aufklarendem Wetter belohnt. Das wiederum lockte dann doch einmal ein paar Zuschauer an und so traten die Tanzexperten kurzerhand ein zweites Mal auf.

Die Johanniskantorei hatte zur Werbung für die musische Stadt den Kinderchor mitgebracht. Kirchenmusikdirektor Martin Rieker und die Kids gaben ihr Bestes, schließlich hörte die heimische Delegation gemeinsam mit den Eltern gerne und begeistert zu. Und zollte der kleinen Solistin Katharina Kleinhans ganz besonderen Beifall, die Schülerin wurde am Samstag neun Jahre alt.

Komplett geändert werden musste am Samstag spontan der Programm-Ablauf für Opus Arte Opera. Nichts wars mit werbendem Flanieren in historischen Kostümen unter strahlendem Sonnenleuchten quer über das weitläufige LGS-Gelände, das parkartig die Stadtteile Rietberg und Neuenkirchen auf einer Länge von 3,7 Kilometern verbindet. Schnellen Schrittes auf dem kürzesten Weg marschierten die Mitglieder des Opernchores unter schützenden Schirmen ins große Gastronomiezelt, das damit schon zum zweiten Mal an einem Tag als Ausweichquartier für heimische Künstlergruppen dienen musste.

Ganz ordentlich war das Wetter am Sonntag. Mit mehr Interesse und mit Tanzschuh und Co, GAM-Chor und dem Haller Jugendzentrum. Auch »Opus Arte« konnte an diesem Tag die Kostüme und Stimme unter freiem Himmel präsentieren.

Fast ganztägig weilte die Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann gestern auf der Gartenschau. Sie untersützte ihr Werbeteam und die Künstler auf der Bühne mit ausgiebigem Applaus und dankte ihnen in persönlichen Gesprächen.

 
 
 
 
 


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