Topfit in den Ruhestand |
18.03.08 |
![]() Es ist dem Jubilar deutlich anzumerken, dass er sich aus seinem letzten Spiel mit einem Tor verabschieden will. In der Ü 50-Hallenrunde gegen den TuS Union 02 hämmert Uwe Erich den Ball ein weiteres Mal ans Gebälk, dann pariert der Bielefelder Schlussmann seinen Schuss glänzend. „Das war schon immer so: Wenn Uwe den Ball am Fuß hat, ist er brandgefährlich”, kennt Versmolds Altliga-Präsident Rolf Uthmann die Stärken seines Vereinskollegen. Dass Uwe Erich beim 3:0-Sieg am Ende ohne Torerfolg bleibt, kann er verschmerzen. „Der Fußball hat mir viele schöne Momente bereitet”, sinniert er. Und es zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht, wenn er an alte Zeiten denkt. Deutscher Vizemeister mit Rahn, Staude und Gutendorf 1963 zieht es den gebürtigen Holsteiner nach Duisburg: Mit dem MSV-Team, in dem auch der heutige Steinhagener Erich Staude als Torwart steht, wird er unter Trainer Rudi Gutendorf auf Anhieb Deutscher Vizemeister. Dass er in der ersten Bundesliga-Saison nur zwei Einsätze bekommt, liegt vor allem an der Konkurrenz eines ruhmreichen Mitspielers: „Helmut Rahn kam aus Enschede und musste natürlich spielen”, erzählt Erich, doch krumm nimmt er dem Weltmeister von 1954 diesen Bonus keineswegs: „Wir waren Bombenkumpels, das war wichtig!” Gerade diese sympathische Art ist es, die auch seine Freunde aus Versmold an Uwe Erich zu schätzen wissen. „Der Mensch Uwe Erich ist herausragend: Er ist immer die Ruhe selbst, sachlich und nett - eine tolle Persönlichkeit”, schwärmt Uthmann. Statt mit großen Worten, wie es im heutigen Bundesligageschäft oft üblich, überzeugte Uwe Erich stets mit fußballerischen Taten. Als kleine Entschädigung für die wenigen Einsätze in der 63er-Saison sieht der 70-Jährige rückblickend die Nordamerika-Reise mit dem MSV: „Das war die Belohnung für unsere Vizemeisterschaft. Wir hatten acht Spiele, unter anderem gegen den damaligen englischen Meister FC Liverpool, und ich habe sie alle gemacht”, berichtet er voller Stolz. Dennoch wechselt er nach nur einer Saison zum DSC Arminia Bielefeld. Der spielt damals eine Klasse niedriger, in der Regionalliga, wo er gleich zum Publikumsliebling avanciert. „Meine Vorstöße als Verteidiger haben die Fans immer mit lauten, langgezogenen Uwe-Sprechchören begleitet”, erinnert sich Erich gern. Davon beflügelt bringt er es in seiner ersten Saison auf acht Tore. Maßgeblich zum Versmolder Aufstieg beigetragen Nach einem kurzen Zwischenspiel beim TuS Dornberg 1969 zieht es den Allrounder 1971 dann zu seiner großen Liebe Spvg. Versmold, der er bis heute treu geblieben ist. Als Spielertrainer führt er die erste Mannschaft bis in die Bezirksliga. In den nachfolgenden Jahren feiert er Erfolge mit der Reserve sowie sämtlichen Nachwuchsteams. „Uwe hat maßgeblich zum Aufstieg des Versmolder Fußballs beigetragen”, rühmt Uthmann die Vereinsarbeit seines Freundes. Einen Namen macht sich Erich später auch in der Altliga-Abteilung - als Kapitän, Torjäger und Präsident in einer Person. Erst in den vergangenen Jahren hat sich Uwe Erich etwas aus dem Versmolder Fußballleben zurückgezogen. Er hat neue Hobbys, die ihm ähnlich wichtig sind wie einst das Kicken: „Ich gehe regelmäßig tanzen, mache Wassergymnastik und setze mich oft aufs Rad - so bin ich fast jeden Tag unterwegs.” Und so lässt es sich fabelhaft erklären, warum er selbst bei seinem Abschiedsspiel topfit und immer noch brandgefährlich wirkt. |
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