Närrische Olympiade im »Sambadrome« |
04.02.08 |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() »Also sprach Zarathustra«, die weltberühmte Fanfare von Richard Strauss eröffnete am Samstag dezibelstark die Prunksitzung im Schulzentrum. Die Mitglieder trugen als Olympioniken verkleidet eine »närrische Fackel« ins Steinhagener »Sambadrome« und entzündeten symbolisch das göttliche Feuer. Der Steinhagener Karnevalsverein hatte zur jecken »Olympiade 2008« eingeladen. Und alle Plätze im Saal waren besetzt. Die Präsidenten des Klubs, Thomas Leimkuhl und Axel Berger, begrüßten in ihren Kostümen als kalorienverwöhnte Sumo-Ringer zusammen mit dem Elferrat die zahlreichen Gäste. Die beiden Chefs und Moderatoren sollten später noch als musikalisches Duo zur Gitarre und zum Keyboard greifen und der Stimmungsband »Broadway« indirekt für einige Minuten Konkurrenz machen. Ihr preisgekrönter Hit von DJ Ötzi, »Ein Stern, der deinen Namen trägt«, schlug jedenfalls wie ein Asteroid in die vor Heiterkeit tobende Aula des Schulzentrums ein. Kein Wunder, der ostwestfälische Karnevalsverein bot einfach alles - von der blutjungen »Blauen Funkengarde« über zotige Büttenredner à la Ingo Essler Junior, Axel Kowerth und Markus Friedrich, die humorvolle Mitmach-Geschichten über den Weihnachtsmann, das Alpha-Rentier Rudolph mit der roten Säufernase, das Christkind und fliegende Straßenbahnen in Wuppertal erzählten, bis hin zu dem sinnlich tanzenden Männerballett. Die ausnahmslos kostümierten und geschminkten Steinhagener Jecken im Schulzentrum vermissten augenscheinlich keinen Spaß. Selbst Bürgermeister Klaus Besser hatte sich im Hawaii-Hemd und kurzer Hose als fotografierender Tourist unter die Gäste gemischt. Natürlich war die Person des Lokalpolitikers Ziel des karnevalesken Humors, denn wie Büttenredner Hennark aus dem Münsterland alias Hans-Dieter Buschkamp aus Brackwede bemerkte: „In Steinhagen ist einfach alles besser - auch der Bürgermeister.” Schon im nächsten Moment tanzten die wilden Hühner durchs Steinhagener Sambadrom. Die »Las Galinas«, das 13-köpfige Hausfrauen-Team, liebte farblich den grellen Kontrast. Als feuerrote Teufel und schneeweiße Engel enterten sie die Bühne und machten mit ihren perfekten Tanztheater DJ-Bobo und Madonna Konkurrenz. Ihrem Auftritt folgten Harald und Tochter Nicole Gericke, das amtierende Prinzenpaar aus der Karnevalshochburg Harsewinkel. Das Paar wurde von seinen Adjutanten begleitet und verteilte die goldenen Sitzungsorden. Seilspringen in tänzerischer Perfektion bot anschließend die Formation »Rope Skipping« aus Brackwede. Die federleichten Luftsprünge ließen ihren Füßen kaum die Chance, den Boden zu berühren. Nur kurze Zeit später demonstrierte die pinkfarben-uniformierte Funkengarde des KCCF die ungebremste Beweglichkeit ihrer Beine: Im applausverwöhnten Zugabe-Modus tanzten die miniberockten Mädchen »das rote Pferd« einfach umgekehrt und die gar nicht dumme Fliege machte lautstark: »Summ, summ, summ«. Danach wurde mit den »Straßen von San Francisco« die Blütezeit der Fernsehkrimis wieder lebendig. Die mit Handfeuerwaffen, Handschellen, Ray-Ban Sonnenbrillen und glänzenden Sheriffsternen als original amerikanische Cops ausgerüsteten »Dress-up-Sisters« hatten allerlei Action auf der Bühne und mussten natürlich ganz besonders viele Fälle lösen. »Mutti?s Söhne« und die »Los Moskitos« bereiteten nach dem vor Weiblichkeit strotzenden Polizei-Sonderkommando das närrische Finale des ultimativen Show-Programms und die nonstop folgende, heiße Partynacht vor. Alle Aktiven stürmten blitzschnell das Podium, um gemeinsam mit den Preisträgern der besten Kostüme zu feiern: Als Smilie verkleidet standen Roswitha Wichmann, als Feuerlöscher Gabi Fischer und als OP-Schwester Karin Kretschma im Mittelpunkt. Bernd Marquardt kam als Kaffeesack und als zwei Bushaltestellen der Linien 88 und N14 Steffi Reisewitz und ihr Hendrik. Den Kaiser Franz mimte Andrea Vogt und die »bezaubernde Jeannie« Regina Sonneberg. Uta Lechmann kämpfte als Batman für Recht und Ordnung, die Ines wurde aus dem Dschungel-Camp herausgeholt und der Thorsten aus seinem Bett. Den 1. Platz in der Gruppenwertung machte die »Blue-Woman-Group« mit Tanja und Volker Adelstamm, Dorothee Boeken-Brekenkamp, Michael Raumer und Margret und Nena Gail. Die sechs Jecken hatten eine mehrstündige Schminkprozedur hinter sich gebracht und ihre Gesichter blau eingefärbt. Ein erstes Resümee zum stimmungsvollen Karneval beim KCCF zog Tobi Weinhorst um 3.15 Uhr im Internet auf seiner Homepage: „Ein gelungener Abend. Jetzt zieh ich meine lila Milka-Kuh-Hose aus und leg mich pennen, damit ich morgen wieder nüchtern bin. Alaaaaaaf.” |
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